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Tiere

Bayerns Jäger wollen mehr Schutz für Hase, Rebhuhn und Fasan

Bayerns Jäger machen sich Sorgen um Hase, Rebhuhn und Fasan. Dabei geht es ihnen weniger um den Sonntagsbraten als vielmehr um die Existenz der Tiere in Bayern ganz generell. Jäger-Präsident Jürgen Vocke sagt, was dafür nötig ist.

Ein wilder Fasan schaut aus einer Wiese. Foto: Alexander Heinl/Archiv
Ein wilder Fasan schaut aus einer Wiese. Foto: Alexander Heinl/Archiv

Veitshöchheim.Natürlich würden Bayerns Jäger in Zukunft gern wieder mehr Hasen, Fasane und Rebhühner schießen. Doch im Moment ist das für die Jägerschaft im Freistaat überhaupt kein Thema. Im Gegenteil: „Bildhaft gesprochen geben wir den Rebhühnern im Moment noch Feuerschutz, wenn wir mal eins sehen“, sagte Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, der Deutschen Presse-Agentur.

In vielen Regionen des Freistaats gebe es mittlerweile fast keine Rebhühner, Fasane und Hasen mehr. Ein Grund dafür: die immer intensivere Landwirtschaft mit ihren großen Maschinen. „Begradigte Bachläufe, kerzengerade Waldränder, keine Hecken - früher gab es einfach mehr Ausbuchtungen. Jetzt haben die Hasen vor Bussarden keine Deckung mehr und auch die Fasane haben kaum noch Blühwiesen zum Verstecken vor dem Habicht.“

Nun will sich die Jägerschaft dafür einsetzen, dass das wieder besser wird. Von Freitag an und bis Sonntag treffen sich mehrere hundert Jäger aus Bayern im unterfränkischen Veitshöchheim zu ihrer Jahrestagung. Dabei wollen sie auch Resolutionen an die Politik erarbeiten. Eine davon wird sich mit dem stark bedrohten Niederwild beschäftigen. Auf der Tagung wird zudem über die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen, die Agrarpolitik der EU und den Wolf informiert und diskutiert.

Obwohl Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern mit Blick auf den Erhalt der Lebensräume „absolut führend“ sei, reicht das Vocke zufolge noch nicht. „Wir sind ein Flächenland und wir brauchen einen langen Atem“, sagte Vocke weiter. Da seien sowohl die Politik als auch die Landwirte und Waldbesitzer gefragt.

Die Jäger in Bayern würden jedes Jahr rund 40 Millionen Euro Pachtzins an die Grundeigentümer zahlen. „Wenn sie das erhalten wollen, müssen sie mit uns nach Lösungen suchen“, forderte Vocke. Im Kleinen gebe es zwar immer wieder Initiativen für mehr Hecken, Blühwiesen und artgerechte Lebensräume, „aber das ist noch nicht bei den Großen angekommen“. Die in Bayern lebenden Tiere - vom Rebhuhn über den Fasan und die Hasen bis zur Gams - seien schließlich auch ein Stück Heimat. Und das gelte es zu erhalten.

In Bayern gibt es Vocke zufolge rund 65 000 Männer und Frauen mit einem Jagdschein. Etwa 48 000 von ihnen Mitglied im Bayerischen Jagdverband. Der Anteil der Frauen liegt bei rund zehn Prozent.

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