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Soziales

Benefiz-Rallye nach Tadschikistan

Zwei Mittelfranken starten, um soziale Projekte zu unterstützen. Aber vorher wird ihnen erstmal geholfen.
Von Daniel Staffen-Quandt, epd

Norbert „Hoppel“ Dinkel (links) und Wolfgang Grebenhof nehmen ab dem 3. September an der sogenannten Tadjik-Rallye teil. Foto: epd
Norbert „Hoppel“ Dinkel (links) und Wolfgang Grebenhof nehmen ab dem 3. September an der sogenannten Tadjik-Rallye teil. Foto: epd

Wieseth.Wolfgang Grebenhof hatte genug von „diesen normalen Urlaubsreisen“. Damit meint der 49-Jährige: „Hier die Touristen, dort die Einheimischen, beide haben kaum Berührungspunkte.“ Der Journalist, Gewerkschafter und leidenschaftliche Autoschrauber hatte schon lange den Wunsch, an einer Benefiz-Rallye teilzunehmen. Aber weil die meisten irgendwo nach Afrika führen und es ihm dort zu heiß ist, wurde nichts draus – bis er im vergangenen Jahr von der Tajik-Rallye in die tadschikische Hauptstadt Duschanbe hörte. Auf der Kirchweih in seinem Wohnort Wieseth (Kreis Ansbach) sprach er seinen Kumpel „Hoppel“ in Bierlaune auf diese Idee an. „Klar, mach‘ ‚mer“, sagt Norbert Dinkel. Im September geht’s los.

Die Eckdaten der Rallye sind schnell erklärt: Teams aus mindestens zwei Fahrern müssen die ungefähr 10000 Kilometer nach Tadschikistan von Hohenthann bei München in dreieinhalb Wochen zurücklegen. Das Auto bleibt anschließend in Tadschikistan und wird dort für einen guten Zweck versteigert. Außerdem müssen die Teilnehmer zuvor 750 Euro Spenden pro Team für Caritas International sammeln – die Hilfsorganisation ist in Duschanbe aktiv und unterstützt dort zum Beispiel Hausbauprojekte. Bei der Rallye geht’s nicht um Zeit oder Schnelligkeit, der Weg ist das Ziel. Die Teams sollen Zeit haben, Land und Leute kennenzulernen – beim Sightseeing, oder auch, wenn sie eine Werkstatt für ihr Auto suchen.

Komfortabel geht anders

Die Route nach Tadschikistan legen die Teilnehmer-Teams selbst fest. Grebenhof und Dinkel fahren über Österreich, Ungarn, Rumänien sowie Bulgarien in die Türkei. Von dort aus geht es nach Georgien, Russland, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisistan und schließlich nach Tadschikistan. Die Straßen und Wege dort werden „sicher nicht immer so komfortabel sein“, sagt Grebenhof, „aber genau das wollten wir zwei: ein bisschen Abenteuer für uns westliche Wohlstandsbürger“. Dinkel war vor Jahren schon mal mit dem Motorrad in Indien unterwegs: „Das war eine so tolle Erfahrung.“ Er sei in Dörfern gewesen, wo nur alle zehn Jahre mal ein Weißer hinkomme: „Ich bin überall freundlich aufgenommen worden.“

„Wo kein TÜV, da nicht so schlimm“

Das erhoffen sich die beiden auch für ihre maximal 25-tägige Tour: „Wenn wir unser Zelt irgendwo aufschlagen, wird sich der Kontakt mit den Einheimischen schon ergeben“, ist sich Grebenhof sicher. Und zwar spätestens, wenn „Don Vito“, ihr alter Mercedes-Bus, unterwegs doch mal ein Ersatzteil brauchen sollte. „Mechanisch lässt sich alles reparieren an dem Auto“, sagt Hobby-Schrauber Grebenhof. Und wenn das passende Mercedes-Ersatzteil mal nicht vorhanden sei, nehme man eben eins von VW oder sonst wem: „Wo kein TÜV, da nicht so schlimm“, sagt er.

Schon die Geschichte der Bus-Beschaffung rührt: Grebenhof und Dinkel haben sich monatelang nach einem günstigen und noch fahrtauglichen Kleinbus umgeguckt. „Sehr schwierig“, sagt der Journalist. Plötzlich aber wurde er im Internet doch fündig – die Punk-Band „Junost“ wollte ihren Bandbus ausmustern. „Das sind Studenten, die hätten jeden Penny nötig“, sagt Grebenhof. Und trotzdem schenken die Jungs den beiden Rallye-Fahrern ihren Vito, um der guten Sache Willen.

„Wo kein TÜV, da nicht so schlimm“

Wolfgang Grebenho

Der Spaß soll für die beiden auf der Fahrt aber auch nicht zu kurz kommen – davon zeugt schon ihr Team-Name: „The Booze Brothers“, klanglich und vom extra entwickelten Rallye-Logo her eine Reminiszenz an die „Blues Brothers“. Nur, booze ist englisch und heißt in dieser Kombination in etwa so viel wie „Saufbrüder“. „Passt doch“, sagt Grebenhof und witzelt: „In manchen Ländern auf unserer Route darf man vielleicht gar nicht nüchtern hinters Steuer.“ Aber das soll nicht das einzige Vergnügen auf der Strecke werden: „Bordmusik ist unerlässlich“, sagt Krankenpfleger Dinkel. Und Grebenhof ergänzt, mit lautem Lachen: „Balkan-Pop, dreieinhalb Wochen.“

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