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Urteil

Bischof Müller geht in Revision

In einem Unterlassungsprozess wurde dem Regensburger Oberhirten mangelnde Sorgfalt vorgeworfen.

Regensburg. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat einen Verwaltungsgerichtsprozess gegen den freischaffenden Schriftsteller Michael Schmidt-Salomon („Das kleine Ferkel“) verloren. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof entschied in der Berufungsinstanz, dass die Behauptungen des Bischofs in einer Predigt im Widerspruch zu Schmidt-Salomons tatsächlichen Veröffentlichungen standen und geeignet seien, dessen Ansehen in der Öffentlichkeit zu schaden.

Müller hatte im Jahre 2008 das Buch Schmidt-Salomons „Wo bitte geht’s zu Gott? fragte das kleine Ferkel“ scharf kritisiert. Darin werde das Bild vermittelt, dass sich alle, die an einen Gott glauben, auf dem Niveau eines Schweins befinden. Der kirchenkritische Autor forderte Müller zu einer Unterlassungserklärung auf, unterlag aber zunächst vor dem Verwaltungsgericht Regensburg.

Der Verwaltungsgerichtshof in München entschied jetzt, dass der Bischof seine „Pflicht zur Sorgfalt, Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit nicht erfüllt“ habe und der Schriftsteller deshalb in seinem „Persönlichkeitsrecht verletzt“ sei. Das Bistum muss Schmidt-Salomon die entstandenen vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten erstatten. Das Bistum Regensburg erklärte am Freitag, das Urteil setze der religiösen Äußerungsfreiheit unzulässige Grenzen. Deshalb werde man Revision beantragen. Bischof Gerhard Ludwig Müller werde auch weiterhin alle Angriffe auf die Religionsfreiheit und auf das Lebensrecht des Menschen öffentlich verteidigen.

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