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Kirche

Bischof Müller poltert erneut bei Predigt

Der Regensburger Bischof hat Politik und Medien hart kritisiert. Es werde versucht, die Kirche unglaubwürdig zu machen.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller

REGENSBURG.Bei einer Pontifikalvesper zum fünften Jahrestag der Wahl von Papst Benedikt XVI. hat der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller heftige Kritik an Politik und Medien geäußert. Vor Repräsentanten der Priester, der Ordensleute und rund 30 Laienverbänden aus dem Bistum Regensburg sagte er in seiner Predigt, es werde versucht, „die Kirche unglaubwürdig machen, ihre obersten Vertreter Papst und die Bischöfe zu desavouieren und zu diskreditieren.“ Dies sei zum Teil auch gelungen.

„Die Mittel dazu sind, die Menschen in einen Hörigkeitszustand zu versetzen, mit irgendwelchen Schlagzeilen, unbewiesenen Meldungen, die immer wieder den Menschen neu eingehämmert werden“, fügte Müller hinzu, der insbesondere die Berichterstattung über den Augsburger Bischof Walter Mixa kritisierte. Nur wenn es einen objektiven, greifbaren Grund gäbe, könne Mixa den Papst um die Entlassung bitten, „aber nicht deshalb, weil er in den Medien angegriffen wird, mit zu Teil lächerlichen, unglaublichen Geschichten“.

Die Politiker rief er dazu auf, sich nicht in die Kirche einzumischen, sondern die Aufgaben zu erfüllen, für die sie gewählt worden seien. Sie sollten sich mit Problemen wie der Staatsverschuldung und dem Bevölkerungsrückgang beschäftigen. „Niemand verabscheut und verurteilt so sehr wie die katholische Kirche die Übergriffe auf Kinder und Jugendliche wie die katholische Kirche“, erklärte Müller. Wenn 0,1 Prozent der Opfer sich in kirchlichen Kreisen befänden, sollte der Blick auch anderswohin gerichtet werden, beispielsweise in die Familien, wo Kinder missbraucht würden, oder auf Kinder, die Opfer von Pornografie sind. Einen Zusammenhang zwischen den Missbrauchsfällen und dem Zölibat wies er vehement von sich: Es handle sich dabei um einen freiwilligen Verzicht von Männern, die ihr Leben ganz dem Dienst an der Sache Gottes widmen wollen.

Müller verteidigte außerdem das Verhalten des Papstes in Bezug auf die umstrittene Rücknahme der Exkommunikation der Piusbrüder und seine „Regensburger Rede“, die in der muslimischen Welt für Unruhe gesorgt hatte. Leute, die nicht wissenschaftlich arbeiten könnten, so Müller, hätten dem Papst ein Zitat aus dem 14. Jahrhundert in den Mund gelegt. Seiner Ansicht nach habe die Regensburger Rede erstmals seit 1000 Jahren den Dialog zwischen Christentum und Islam ermöglicht. In Bezug auf die Piusbruderschaft sagte er, der Papst hätte nur seines Amtes gewaltet, auch abgeschnittene Gruppen wieder in die Kirche zurückzuführen. Eine Holocaust Leugnung wie die des Piusbruders Williamson hätte aber „nichts in der katholischen Kirche zu suchen“.

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