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Ein Kommentar von Dagmar Unrecht

Wer schulpflichtige Kinder hat, kennt das Dilemma: Während der Ferienzeit muss man für Urlaubsunterkünfte viel mehr bezahlen als in den Wochen davor oder danach. Erholungssuchende Familien werden abkassiert. Da verwundert es nicht, dass manche Eltern versuchen, die Ferien eigenmächtig ein wenig zu verlegen, um die Urlaubskasse zu entlasten oder den Reisestress zu reduzieren. Dabei stiften sie ihre Sprösslinge zum Schulschwänzen an. Das ist ein Regelverstoß, den die Eltern mit ihrem Gewissen vereinbaren und auch vor ihren Kindern rechtfertigen müssen. Dass Polizisten zu Ferienbeginn an bayerischen Flughäfen nach Schulschwänzern fahnden, schießt aber über das Ziel hinaus. Unsere Ordnungshüter haben Wichtigeres zu tun.

Schulschwänzen vor den Ferien ist keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Diese Einordnung ist verhältnismäßig. Am letzten Schultag passiert in den Klassenzimmern nicht viel. Es werden Kurzstunden abgehalten und oft Filme geschaut. Von regulärem Unterricht kann jedenfalls keine Rede sein. Dennoch halten sich die meisten Eltern und Schüler an den offiziellen Ferienbeginn. Das ist auch richtig so. Nur rund 20 Familien wurden an Bayerns Flughäfen beim vorzeitigen Abflug in den Pfingsturlaub erwischt. Es gibt also keinen Grund zur Aufregung – oder die Notwendigkeit, abschreckende Maßnahmen zu ergreifen. Mehr als 22 Millionen Überstunden schieben Polizeibeamte laut Gewerkschaftsangaben vor sich her. Sie sollten lieber selbst die Koffer packen, statt Familien beim Einchecken zur Ordnung zu rufen.

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