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Energie

Bohrungen für Südost-Link beginnen

Der genaue Verlauf der Stromtrasse durch die Oberpfalz ist noch immer unklar. Ab dem 20. August wird der Boden untersucht.
von Christine Straßer

Die Rohre, in denen die Erdkabel des Südost-Links Strom transportieren, sollen durch weite Teile der Oberpfalz laufen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Die Rohre, in denen die Erdkabel des Südost-Links Strom transportieren, sollen durch weite Teile der Oberpfalz laufen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Bayreuth.Der Netzbetreiber Tennet treibt die Planungen für den Bau der Stromtrasse Südost-Link voran. Am 20. August starten die Baugrundvoruntersuchungen im vorgeschlagenen Korridornetz, das auch durch weite Teile der Oberpfalz führt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. In 15 Bereichen, die eine besondere Herausforderung darstellen, weil dort beispielsweise eine Bahnstrecke oder ein Gewässer gequert wird, stehen Bohrungen an. Tennet-Vertreterin Caroline Kürth betonte, dass es sich bei den Untersuchungen um „keine Vorfestlegung auf einen bestimmten Trassenkorridor“ handelt. Zur Donauquerung gab es bereits im Frühjahr Probebohrungen.

Genaues Bodenprofil

Die geplante Gleichstromverbindung soll von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Niederbayern Strom aus Windanlagen transportieren. Kritiker fürchten, dass die 580 Kilometer lange Leitung vornehmlich für Strom aus Braunkohlekraftwerken genutzt werden könnte. Die Trasse ist vorwiegend unterirdisch geplant. Bohrungen sind nun unter anderem bei Schwandorf, Nittenau, Teublitz und Pfreimd sowie in Regenstauf, Zeitlarn und Wiesent geplant. Sondierraupen und Bohrgeräte werden anrücken, um schwere Raumsondierungen und Kernbohrungen mit einem Durchmesser von etwa 15 bis 20 Zentimetern vorzunehmen. Bis zu 30 Meter tief werden die Bohrungen reichen. Bis zum 26. Oktober sollen diese bodenkundlichen Voruntersuchungen abgeschlossen sein. Die Bohrlöcher werden wieder verfüllt. Die Ergebnisse der Bohrungen und der labortechnischen Untersuchungen und Analysen werden laut Tennet in einem geotechnischen Bericht zusammengefasst. Sie sollen Aufschluss darüber geben, ob bei einem möglichen Bau des Südost-Linkes an diesen Stellen eine Unterbohrung vorgenommen werden müsste.

Die Kritik an dem Megaprojekt, das als zentraler Bestandteil der Energiewende gilt, ist in der Oberpfalz laut. Naturschützer befürchten, dass Natur und Landschaft massiv zerstört werden und wollen sich gegen den Bau wehren. Die Regensburger Landrätin Tanja Schweiger hält die Starkstromleitung ganz grundsätzlich für nicht notwendig. Sie befürchtet, dass die Stromautobahn in erster Linie dazu dienen wird, Braunkohlestrom nach Bayern zu transportieren.

Entscheidung dauert noch

Mit Spannung wird erwartet, wie die Trasse exakt verlaufen soll. Tennet wies jedoch daraufhin, dass die Bundesnetzagentur erst am Ende der Bundesfachplanung, die voraussichtlich im Jahr 2019 abgeschlossen wird, einen verbindlichen durchgängigen Trassenkorridor festlegen wird. Der Südost-Link soll nach Tennet-Angaben ab 2025 als Gleichstrom-Erdkabelverbindung die windreichen Regionen Ostdeutschlands mit Bayern verbinden.

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