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Fernsehen

BR macht Städtereise durch die Jahrhunderte

Am Beispiel von zehn Städten streift Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl durch zehn Jahrhunderte – auch Regensburg ist dabei.

Die Altstadt von Regensburg mit dem Dom Sankt Peter. Regensburg gehört zu den Schauplätzen einer Städtereise des BR.

München/Bamberg. Wo liegen die Wurzeln Bayerns? Was hat den Freistaat in den vergangenen 1000 Jahren geschichtlich geprägt? Diesen Fragen geht der Bayerische Rundfunk (BR) von Samstag an in der neuen Fernsehsendereihe „Das Bayerische Jahrtausend“ am Beispiel von zehn Städten nach. Dabei steht jede für ein Jahrhundert und einen besonderen Höhepunkt, Tiefpunkt oder Entwicklungsschritt in der Geschichte des Freistaats. Und damit für die Veränderung in Politik, Wirtschaft und Kultur in dieser Zeit. Den Anfang macht das oberfränkische Bamberg, das mit der Entstehung des Doms den Wandel im mittelalterlichen Denken aufzeigt und damit für das 11. Jahrhundert steht. Als Erzähler begleitet der Schauspieler Udo Wachtveitl („Tatort“ München) den Zuschauer durch Bayerns Geschichte.

Konzentration auf den Norden Bayerns

Die Reise zu den Meilensteinen der bayerischen Geschichte konzentriert sich auf den Norden des Freistaats. Nach dem Start in Bamberg geht die Reise durch die Jahrhunderte über Würzburg, Regensburg, Straubing und Nürnberg bis hin nach Augsburg, Ingolstadt, Erlangen und Fürth und endet schließlich im 20. Jahrhundert in München. Die zehn Episoden sollen vom 31. März an und bis zum 12. April, jeweils um 22.00 Uhr, im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt werden.

„Es ist eine neue Herangehensweise an die Geschichte des Freistaats“, sagte Annette Siebenbürger, Leiterin des BR-Programmbereichs Bayern und Unterhaltung. Für die geschichtliche Genauigkeit sorgten Historiker wie Katharina Weigand von der Ludwig-Maximalians-Universität in München. „Es geht darum, mal nicht die großen Themen oder die Stadtgeschichte in den Mittelpunkt zu stellen. Das gibt es schon sehr gut erzählt“, sagte Weigand. Für die Serie sollten vielmehr „Strukturen aufgedröselt“ und die wichtigsten Entwicklungslinien dieses Jahrhunderts dargestellt werden.

Fernhandel wird am Beispiel von Regensburg erklärt

So wird am Beispiel von Regensburg die Entstehung des Fernhandels in Bayern im 13. Jahrhundert erläutert, Nürnberg im 15. Jahrhundert steht für die rege Zeit der Erfindungen und der rasanten Entwicklung von Handel, Gewerbe, Wissenschaft und Kunst. Mit dem Blick auf Ingolstadt beschreiben die Autoren den Beginn des öffentlichen Rechts und der bayerischen Behördenorganisation nach dem 30-Jährigen Krieg und Fürth und das 19. Jahrhundert steht mit der ersten deutschen Eisenbahnlinie für die Industrialisierung im Freistaat. München im 20. Jahrhundert bildet mit dem Blick auf die Zeit nach und vor den Weltkriegen und der Beschreibung der Stadt als Zentrum bayerischer Geschichte den Abschluss der Serie.

An 124 Drehtagen filmten die Kameramänner in den Städten Bayerns. Insgesamt haben sich 912 Komparsen ins Kettenhemd oder das Mittelalter-Gewand geworfen. Um die Szenen so authentisch wie möglich wirken zu lassen waren zudem rund 1000 Perücken und Bärte und etwa 1800 Kostüme nötig.

Die Produktion zeichnet sich auch durch moderne Bildeffekte aus. Die Schärfe wird bewusst an einen besonderen Punkt gelegt – den Moderator Wachtveitl, eine Burg, eine Kirche, eine Straße. Drumherum ist alles verschwommen. Die Aufmerksamkeit wird auf das Wichtigste im Bild gelenkt. Eine zunächst gewöhnungsbedürftige Technik, die jedoch im Laufe der 45 Minuten durchaus Charme entwickelt.

Wachtveitl führt routiniert und sympathisch durch die Geschichte, begibt sich in den zehn Städten auf Spurensuche, berührt vorsichtig mit weißen Handschuhen wertvolle Schätze des 12. Jahrhunderts oder moderiert vor markanten Spots der jeweiligen Stadt. Der BR habe sich für den Tatort-Kommissar vor allem wegen seiner hohen Glaubwürdigkeit und Beliebtheit entschieden. Siebenbürger verrät einen weiteren Grund: „Aber natürlich auch, um neun Millionen Tatort-Zuschauer für das „Bayerische Jahrtausend“ zu begeistern.“

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