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Migration

Bürgermeisterin ist auch BAMF-Chefin

Die als „singende Bürgermeisterin“ bekannte Josefa Schmid leitet neben ihrem Job das in die Kritik geratene BAMF in Bremen.

Josefa Schmid versuchte, in der Schlagerbranche Fuß zu fassen. Hauptberuflich arbeitet sie für das BAMF. Foto: Gemeinde Kollnburg/dpa
Josefa Schmid versuchte, in der Schlagerbranche Fuß zu fassen. Hauptberuflich arbeitet sie für das BAMF. Foto: Gemeinde Kollnburg/dpa

Bremen.Die neue Leiterin der in die Kritik geratenen Bremer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Josefa Schmid, ist zeitgleich auch ehrenamtliche Bürgermeisterin im bayerischen Kollnburg. Im Gemeinderat des rund 3000 Einwohner zählenden Ortes im Landkreis Regen war ihre Tätigkeit in Bremen offensichtlich zunächst nicht bekannt.

„Lange haben wir nicht mal gewusst, dass sie überhaupt in Bremen arbeitet“, sagte Kollnburgs Ratsmitglied Hans Reiner (CSU) dem „Weser-Kurier“ (Freitag). Schmid wurde über die Grenzen der Gemeinde als singende Bürgermeisterin bekannt.

Tätigkeit als Bürgermeisterin geht weiter

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe die 44-Jährige FDP-Politikerin Anfang des Jahres nach Bremen geschickt. Die Bundesbehörde habe lediglich bestätigt, dass Schmid die Referatsleiterin der BAMF-Außenstelle sei und die örtliche Standortleitung übernommen habe, schreibt die Zeitung.

Ihre Tätigkeit als Bürgermeisterin in dem rund 700 Kilometer entfernten Ort übe sie weiter aus. Schmid war am Freitag telefonisch in Kollnburg zunächst nicht zu erreichen.

Seit 2014 beim BAMF

Zuvor hatten auch der Bayerische Rundfunk und die „Süddeutsche Zeitung“ über die Personalie berichtet. Laut „SZ“ ist Schmid seit 2014 beim BAMF beschäftigt, zunächst in Deggendorf, dann in Nürnberg und nun in Bremen.

In der Hansestadt obliegt ihr nun auch die Aufarbeitung von zweifelhaften Asyl-Entscheidungen. Ihre suspendierte Vorgängerin soll von 2013 bis 2016 laut Staatsanwaltschaft in mindestens 1200 Fällen Asylanträge positiv beschieden haben, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Ihr wird unter anderem Bestechlichkeit vorgeworfen.

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