MyMz

Kreuzdebatte

CSU-Ministerin rudert nach Kritik zurück

Erstmals kommt Kritik aus CSU-Reihen zu Söders Kreuzvorstoß. Am Sonntag rudert Marion Kiechle zurück.

Öffentlichkeitswirksam brachte Söder im Eingangsbereich der Staatskanzlei ein Kreuz an. Foto: Peter Kneffel/dpa
Öffentlichkeitswirksam brachte Söder im Eingangsbereich der Staatskanzlei ein Kreuz an. Foto: Peter Kneffel/dpa

Bremen.Erstmals erhält Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Widerspruch aus dem eigenen Kabinett für den Beschluss, das christliche Kreuz in allen staatlichen Behörden in Bayern aufhängen zu lassen. Wissenschaftsministerin Marion Kiechle bezeichnete den Vorstoß am Freitagabend in der Fernsehtalkshow „3 nach 9“ als „keine besonders kluge Idee“.

In der Region stößt Söders Vorstoß vielen auf.

Es sei schon richtig, dass das Kreuz auch ein „Symbol unserer Kultur“ sei, ergänzte die CSU-Politikerin. Aber es gebe natürlich auch Menschen, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, irgendetwas aufzuhängen. Jetzt müsse man aber erst einmal auf die konkreten Ausführungsbestimmungen warten.

Bayerns wahlkämpfendem Ministerpräsidenten ist der Trick gelungen, ein Thema quasi aus dem Nichts zu setzen, meint MZ-Politikchef Christian Kucznierz in seinem Leitartikel:

Kommentar

Der Schattenboxer

In diesem Land herrscht Religionsfreiheit. Wer will, hat also das Recht, sich ein Kreuz aufzuhängen, wenn er Christ ist. Er könnte sich, wenn er Buddhist...

In ihrem Ministerium hänge schon ein Kreuz und auch in ihrem Zimmer, betonte Kiechle, die erst vor kurzem in die CSU eingetreten ist. Sich selbst bezeichnete die 58-Jährige in der Talkshow als „gläubig“, auch wenn sie keiner Kirche angehöre.

Am Sonntag teilte das Bayerische Wissenschaftsministerium mit, dass Ministerin Kiechle ihre Aussage klarstellt: Zur Aussage von Wissenschaftsministerin Marion Kiechle in der Sendung „3nach9“ stellt Ministerin Kiechle klar: „Ich stehe klar zum einstimmigen Beschluss des Bayerischen Kabinetts, ein Kreuz in den Bayerischen Behörden anzubringen, weil das Kreuz für die christliche Tradition Bayerns steht“.

Der Regensburger Tarek Carls startet eine Unterschriftensammlung gegen Söders Initiative.

Kiechle ist Gynäkologin und Hochschullehrerin. Seit 2001 ist sie Vorsitzende der Bioethik-Kommission der Bayerischen Staatsregierung, seit 2002 stellvertretende Vorsitzende der Zentralen Ethikkommission für Stammzellforschung. Söder berief sie im März in sein Kabinett als Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. Seit 2010 ist Kiechle in vierter Ehe mit dem bekannten Sportjournalisten Marcel Reif verheiratet. (KNA)

Weitere Meldungen aus Bayern lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht