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Datenschutz

Datenpanne bei Conrad Electronic

Unbekannte nutzen eine Sicherheitslücke beim Elektronikkonzern. Betroffen sind rund 14 Millionen Kunden-Datensätze.

Eine Kundeninformation wäre nicht notwendig gewesen. Conrad Electronic ging mit dem Vorfall trotzdem an die Öffentlichkeit. Foto: Christoph Soeder/dpa
Eine Kundeninformation wäre nicht notwendig gewesen. Conrad Electronic ging mit dem Vorfall trotzdem an die Öffentlichkeit. Foto: Christoph Soeder/dpa

Hirschau.Bei Conrad Electronic ist es zu einer Datenpanne gekommen: Das Unternehmen hat Kenntnis davon erlangt, dass sich Unbekannte durch Ausnutzung einer Sicherheitslücke Zugang zu einem begrenzten Bereich des Conrad IT-Systems verschafft hatten. Das teilte das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Potenziell hätten sie damit offenbar Zugriff auf einen Teil der Kundendaten gehabt. Nach gründlicher Untersuchung liegen keine Hinweise darauf vor, dass der Zugang genutzt worden wäre, um Daten missbräuchlich zu verwenden.

Die knapp 14 Millionen Kunden-Datensätze der Conrad Gruppe, auf die ein Zugriff möglich gewesen wäre, umfassen Postadressen, teilweise E-Mail-Adressen beziehungsweise Fax- und Telefonnummern und bei knapp einem Fünftel der betroffenen Datensätze auch IBANs. „Wegen des unerlaubten Eindringens in unsere IT haben wir unverzüglich Strafanzeige beim Landeskriminalamt gestellt und sofort das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht über den Vorfall informiert. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, um den Vorgang aufzuklären und erforderlichenfalls weitere notwendige Konsequenzen zu ziehen“, erklärt Tilman Scherer, verantwortlich für die Unternehmenssicherheit bei Conrad Electronic.

Spezielle Software findet Sicherheitslücken

Die IT-Experten von Conrad haben die Sicherheitslücke im System bereits identifiziert und geschlossen. Die betroffenen Daten waren in einer sogenannten „Elasticsearch“-Datenbank gespeichert und nicht frei im Netz zugänglich, sondern nur durch Einsatz spezieller Software auffindbar, die sich Lücken in der Sicherung von Datenbanken zunutze macht. Sollten durch die Datenlücke Daten entwendet worden sein, könnten beispielsweise E-Mail-Adressen der betroffenen Kunden genutzt werden, um Spam-Mails an sie zu senden. Conrad rät daher grundsätzlich zu besonderer Vorsicht beim Umgang mit verdächtigen E-Mails, insbesondere, wenn diese dazu auffordern, Anhänge zu öffnen.

Missbrauch kann bislang ausgeschlossen werden

Weder dem Unternehmen noch den ermittelnden Behörden liegen Hinweise darauf vor, dass Kundendaten missbräuchlich verwendet worden wären. Auch wenn aus Sicht der Behörden keine Kundeninformation erforderlich ist, informiert das Unternehmen seine Kunden und die Öffentlichkeit vorsorglich. Zudem stehen weitere Informationen auf der Website des Unternehmens zur Verfügung. „Die Sicherheit unserer Kunden und ihrer Daten ist uns sehr wichtig. Wir bedauern sehr, dass es zu dieser Datenpanne gekommen ist und bitten unsere Kunden aufrichtig um Entschuldigung“, sagt Werner Conrad, CEO Conrad Electronic, in der Pressemitteilung.

Über eine speziell eingerichtete Landingpage können sich Kunden informieren. Hier sind alle Hinweise zum Datenschutz bei Conrad, dem Datenschutzbeauftragten und zusätzlich ein Kontaktformular für Rückfragen hinterlegt. (pm)

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