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Geschichte

Denkmal für Opfer der Hexenverfolgung

Bamberg war im Mittelalter ein Zentrum der Hexenverbrennungen. Jetzt wollen die Bürger mit einem Mahnmal an dieses dunkle Kapitel erinnern.

Das Denkmal für die Opfer der Hexenverbrennung soll hinter dem Bamberger Schloss Geyerswörth stehen. Foto: dpa

Bamberg.Nichts erinnert im Bamberger Stadtbild daran, dass hier im 17. Jahrhundert rund 1000 Menschen der Hexenverfolgung zum Opfer fielen. Doch das soll sich nun ändern: Ein Bürgerverein will mit Unterstützung der Stadt ein Mahnmal errichten. Am Freitag startete deshalb ein Wettbewerb, Künstler aus ganz Deutschland können ihren Vorschlag für die Gestaltung des Denkmals einreichen. „Wir wollen informieren und erinnern“, sagte Bürgermeister Werner Hipelius (CSU). Die Kommune und viele Partner bemühten sich um die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Stadt – und Kirchengeschichte.

Errichtet werden soll das Denkmal nahe dem Schloss Geyerswörth – der ehemaligen Residenz der Fürstbischöfe. Denn sie trugen einst Verantwortung für den Hexenwahn in der Stadt. Unter Folter wurden den Menschen Geständnisse und Namen angeblicher anderer Hexen und Magier abgepresst. Denunziationen genügten, um Menschen in den Kerker und schließlich auf den Scheiterhaufen zu bringen.

„Im Stadtbild sind keine sichtbaren Überreste der Verfolgung geblieben“, sagte Sabine Sauer, Chefin des Bürgervereins Mitte. Das Malefizhaus, in dem die Verhöre stattfanden, ist schon bald nach Ende der Verfolgungswelle abgerissen worden. Einzig in der Bamberger Staatsbibliothek finden sich noch Zeugnisse, etwa Verhörprotokolle oder Briefe.

Natürlich höre der Bürgerverein immer wieder, dass es aktuell drängendere Probleme gebe als das Denkmal für die Hexenverfolgung, sagte Sauer. Aber es gehe auch darum, in der Gegenwart bei jeder Form von Fanatismus und Diskriminierung wachsam zu sein. Mitte 2014 soll die Entscheidung fallen, wie das Denkmal genau aussehen wird. Die Kosten trägt alleine der Bürgerverein, die Stadt hat ihre Unterstützung bei der Durchführung des Wettbewerbs zugesagt. (dpa)

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