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Messe

Der Hotspot für Oldtimerfans

Rund 1500 historische Autos hat die Retro Classics Bavaria zu bieten. Etliche Sonderschauen sorgen für einzigartiges Flair.
Von Luis Münch

Auch das NSU-Rennfahrzeug und der Krankentransportwagen Barkas B1000 KTW sind Teil der Sonderausstellungen der Messe. Foto: Luis Münch
Auch das NSU-Rennfahrzeug und der Krankentransportwagen Barkas B1000 KTW sind Teil der Sonderausstellungen der Messe. Foto: Luis Münch

Nürnberg.Bundesweit interessieren sich 15 Millionen Menschen für Oldtimer. Ganz so viele werden sich die Retro Classics Bavaria, die vom 6. bis 8. Dezember in der Messe Nürnberg stattfindet, wohl nicht ansehen. Nichtsdestotrotz wird die vierte Ausgabe wieder tausende Händler, Kenner und Sammler in die Metropolregion locken.

Mehr als 370 nationale wie internationale Aussteller präsentieren rund 1500 Fahrzeuge. Die dreitägige Messe stellt auf einer 40 000 Quadratmeter großen Fläche nicht nur einen Szene-Treffpunkt und eine Handelsplattform dar. Händler und Dienstleister verwandeln die Messe durch eine Fahrzeugverkaufsbörse und Club-Präsentationen zu einem Marktplatz, der etliche Oldtimer und Neo Classics anbietet. „Jeder motorsportaffine Mensch, der die Retro Classics Bavaria nicht besucht, muss sich am Montag weinend in ein Kämmerchen verziehen“, sagt Uwe Wießmath vom Motorsportclub Nürnberg schmunzelnd. Der Klub zeigt rund um den Norisring in der Sonderschau „Historischer Norisring“ etwa 18 Rennwagen und Originalfahrzeuge.

Das deutsche Monaco im Fokus

Das Spektrum reicht von einem Ferrari 512 über einen Porsche 917 bis hin zu einem Alfa Romeo 155 V6 TI, der in der DTM-Saison 1996 gefahren wurde. Archivbilder und Filme des deutschen Monacos sowie Interviews und Autogrammstunden von ehemaligen und aktiven Rennfahrern untermalen und runden die Ausstellung ab.

Weniger fürs Rennenfahren, dafür für das Retten von Menschenleben sind die Sanitätsfahrzeuge in der DDR produziert worden. Passend zum 30. Jahrestag des Mauerfalls zeigt das Rotkreuz-Museum zwei Barkas B1000 Kleintransporter sowie das Arztfahrzeug Wartburg Tourist 353. Um Patienten liegend zu transportieren, ließ sich in diesem der Beifahrersitz umdrehen. „Eine sehr pragmatische Lösung“, wie Markus Jessberger vom Rotkreuz-Museum erklärt.

Das H-Kennzeichen

  • Hersteller: Ein Anteil von 70 Prozent entfällt auf Autos, die in der Bundesrepublik hergestellt wurden. Sieben Prozent der Autos stammen von italienischen und sechs Prozent von britischen und amerikanischen Herstellern. Fünf Prozent wurden in Frankreich, zwei Prozent in Asien produziert.

Nur insgesamt 43 Fahrzeuge ist das Spektrum der ROFGO Gulf Heritage Collection breit. Drei der Modelle, nämlich der Aston Martin LM GTE, der Ford GT 40 1084 und der GULF Mirage M2, bietet die Sonderausstellung der britischen Kollektion.

Komplettiert werden die Sonderschauen durch die Ausstellungen „Landwirtschaft aus aller Welt“ sowie die der historischen Omnibusse und Nutzfahrzeuge. Auf der Messe tummeln sich außerdem Premiumhändler, Restauratoren, Versicherungen und Prüforganisationen.

Einfache Autos, produziert von einfachen Menschen in Neckarsulm – so beschreibt Harry Kürzdörfer von „NSU Walter“ die NSU-Fahrzeuge. Acht Modelle sind in der Sonderschau „Fahre Prinz und du bist König“ ausgestellt. Ausgestattet mit simpler Fahrzeugtechnik war das Auto dank des beachtlichen Preis-Leistungs-Verhältnisses für die Arbeiterklasse finanzierbar, wie Kollege Jörg Höber erklärt. Zu sehen sind unter anderem die Modelle 1000, Prinz sowie der Wankel/Spider.

Ohne Dach, dafür mit 650 PS

Auch das Herz von Fans der Autos, deren Motorhaube ein Stern ziert, lässt die Retro Classics Bavaria höher schlagen. Ihnen gewährt die Sonderschau Mercedes Benz SLR einen Einblick in die von Mercedes-Benz und McLaren entwickelte Produktreihe, von der insgesamt nur 2157 Modelle produziert worden sind. Das Autohaus Löhlein zeigt zusammen mit dem Mercedes Benz SLR Club unter anderem eine Auswahl des Sondermodells SLR 722 S, des SLR 722 GT Rennwagens und der SLR Stirling Moss. Letzteres besitzt zwar weder Dach noch Windschutzscheibe, beschleunigt aber mit 650 Pferdestärken in nur 3,6 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

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