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Medizin

Die Fortschritte der Neurologie

Professor Ralf Linker gab im Presseclub Einblick in die Welt der Nerven. Zu MS hatte er bsonders viel zu sagen.
Von Jonas Oliver Schriefer

Seit einem Jahr forscht und lehrt Prof. Ralf Linker nun an der Universität Regensburg  Foto: Jonas Schriefer
Seit einem Jahr forscht und lehrt Prof. Ralf Linker nun an der Universität Regensburg Foto: Jonas Schriefer

Regensburg.Seit fast genau einem Jahr ist Prof. Ralf Linker Direktor der medbo Universitätsklinik für Neurologie. Medbo, das ist die Medizinische Einrichtung des Bezirks Oberpfalz, welche auch das Fachgebiet der Neurologie als Schwerpunkt hat. Prof. Linker hat sich im Laufe seines Lebens intensiv mit der Neurologie beschäftigt. Anfangs studierte er Medizin und absolvierte anschließend eine Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie.

Obwohl das Fach bei Studierenden gefürchtet ist, weil es als extrem kompliziert gilt, hat Ralf Linker darin seine Leidenschaft gefunden. „Er ist ein Mann, der brennt für sein Thema“, bekräftigt Harry Landauer, der Moderator des Abends. Ebenfalls seit einem Jahr hat Linker nun zusätzlich den Lehrstuhl für Neurologie in Regensburg inne und bringt auch den Studierenden sein Forschungsfeld näher.

Während seiner Laufbahn erlebte die Neurologie große Veränderung. „Noch vor 25 Jahren war die Neurologie rein beobachtend und sehr wenig patientenorientiert“, erklärte Linker. Auch Prozesse, die zu dieser Zeit noch extrem aufwendig waren, sind heute dank neuester Technik zum Alltag geworden und sparen den Forschern damit viel Zeit ein.

Auch die Translationale Wissenschaft, die sich Linker in Regensburg zum Ziel gesetzt hat, ist ein noch recht junges Konzept. Vereinfacht dargestellt, sollen dabei Forschungsergebnisse fächerübergreifend in die klinische Anwendung übertragen werden. „Am Ende soll etwas dabei rauskommen, was den Menschen hier in der Region nützt“, beschreibt Professor Linker sein Vorhaben, an dem er aktuell arbeitet.

„Find halt mal was raus dazu“

Einer von Ralf Linkers persönlichen Forschungsschwerpunkten ist Multiple Sklerose, eine autoimmune Erkrankung, die zu verschiedenen Behinderungen führen kann. Die genauen Ursachen dieser Krankheit sind trotz intensiver Forschung noch nicht geklärt.

Als er selbst noch studierte, gab ihm sein Professor die Aufgabe, „find halt mal was raus dazu“, erinnert sich Linker. „Dann saß ich in der Bibliothek und starrte die Wand an“, lachte er.

Mittlerweile haben er und sein Team doch mehr dazu herausgefunden: Zum Beispiel, dass zu viel Salz Multiple Sklerose begünstigt. Aber auch ein Gegenmittel dafür haben sie entdeckt: Milchsäurebakterien.

Was ist Neurologie?

  • MS:

    Darunter fällt beispielsweise auch die Autoimmun-Erkrankung Multiple Sklerose, zu der viel an der Uni Regensburg geforscht wird. Wichtige Erkenntnisse lieferte dabei auch eine Studie von Ralf Linkers Team.

Ein Heilmittel gegen Multiple Sklerose ist es aber bei weitem nicht. Denn zu viel Salz begünstigt zwar das Erkranken, „aber am Ende ist es nur ein Baustein von vielen“, erklärt Linker.

Eine Brücke zur Pharmaindustrie gibt es bei dieser Forschung allerdings nicht. Der Grund dafür ist einfach: Das Medikament sei zu billig. Linker kritisiert die fehlende Unterstützung stark, denn „wir haben ein Riesenloch in der Finanzierung für sowas“, gibt er zu bedenken.

Nach Prof. Linkers Vortag über den Ablauf seines Forschungsprojektes am Beispiel der Multiplen Sklerose bot sich den Gästen die Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Im Fokus standen dabei besonders weitere Krankheiten und mögliche Zukunftsperspektiven bezüglich der Heilung. Vor allem Schlaganfälle könnten noch zu einem größeren Problem werden. Dazu tragen gewissermaßen auch die heutigen medizinischen Maßnahmen bei, „denn wir werden alle älter, und der Schlaganfall ist eine klassische Alterserkrankung“, erklärte Linker.

Empathie gehört zum Arzt

Auch Hightech-Themen wie gehirngesteuerte Prothesen oder künstliche Intelligenz als Ärzte-Ersatz interessierten das Publikum. Dass ihr Hausarzt des Vertrauens bald durch einen Roboter ersetzt wird, darüber müssten sich Patienten aber noch keine Sorgen machen. Denn „zu all dem gehört auch eine gesunde Portion Bauchgefühl und Empathie“, beruhigt Linker.

Moderator Landauer wollte zudem wissen, was Linker bewegt hat, sich für den Standort Regensburg zu entscheiden: „Ich habe mich beworben, weil ich angerufen wurde“ erzählt der Professor. In Zukunft möchte er weiterhin als „ergänzenden Baustein“ die Forschung vorantreiben.

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