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Die Pole-Position beim Poloshirt

Das Poloshirt und Hajo sind untrennbar verbunden. Mit dem Kernprodukt ist der Weidener Textilhersteller deutscher Marktführer im Fachhandel.
Von Katja Bock, MZ

  • Chef-Designer Franz Bäumler und die beiden Geschäftsführer Wolfgang Müller und Gerhard Schwarzer (v. l.) zeigen die Entstehung der aktuellen Hajo-Kollektion.Fotos: Gabi Schönberger
  • Die Kollektionen haben alle eine Affinität zum Sport.
  • Am Anfang jeder Kollektion steht das Farbthema.
  • Das Logo von Hajo – ein h im Kreis über dem sich der Pegasus befindet.

Weiden. Schon von weitem ist der Glasturm der Hajo-Strick GmbH im Stadtgebiet am Brandweiher in Weiden sichtbar. Mit einer Höhe von 18 Metern überragt er Bäume und Häuser. Am oberen Ende des Turms prangt das fliegende Pferd über dem „h“ im Kreis. Das Logo von Hajo verweist auf die griechische Mythologie. „Der Pegasus ist für uns das Symbol für Dynamik und Wertigkeit. Er schafft die Verbindung zum Polo-Sport und damit auch dem Poloshirt“, erklärt Wolfgang Müller.

Gemeinsam mit seinem Vater, Hans-Jochen Müller, dem Firmengründer und Gerhard Schwarzer ist er Geschäftsführer des Weidner Textilunternehmens. „Unsere Firma baut auf drei Säulen: Die Herrenmode – also Strick, Polo- und Sweatshirts, der Nachtwäschebereich und die Damenoberbekleidung“, so der Juniorchef, der seit 2002 im Unternehmen ist.

Die Polo-Offensive

Das Poloshirt und Hajo sind untrennbar verbunden. Mit dem Kernprodukt ist das Unternehmen bereits zum zweiten Mal deutscher Marktführer im Fachhandel. Der Textilhersteller verweist damit Marken wie Tommy Hilfiger, Ralph Lauren oder Lacoste auf die hinteren Plätze. Hajo ist außerdem offizieller Ausstatter des Poloclubs Hessen und anderer Polo-Turniere. Der besondere Stellenwert des Hemdes mit gerippten Kragen und kurzen Ärmeln ist überall ersichtlich. Die Trikots finden sich in Form von Polohemden an Puppen und auf Ablagen im ganzen Ausstellungsraum wieder. Als Klassiker der Sportbekleidung schließt sich so auch der Kreis zum Symbol des fliegenden Pferdes und zu den Ursprüngen des Sports.

Auch in den Kollektionsdesigns zeigt sich die Affinität zum Sport. So finden sich beispielsweise in der Kollektion für Frühjahr/Sommer 2013 unter dem Titel „Edition Monaco“ neben dem Polo auch die Themen „Yachting“ und „Racing“ wieder. Deutlich wird dies vor allem in den zahlreichen Details, die für die Marke charakteristisch sind. So säumen Embleme und Stickereien, beispielsweise in Form von Zahlen oder als Schriftzug, Sweatshirts und Poloshirts.

Neben dem Design legt der Hersteller auch großen Wert auf den Tragekomfort. Speziell entwickelte Techniken, wie „smart-relaxx“ oder „stay fresh“, gewährleisten ein angenehmes Tragegefühl. „Wir haben bereits vor 30 Jahren begonnen das „Stay Fresh“ Produkt zu entwickeln. Durch die spezielle Ausrüstung mit einer Mikrofaser kann sich die Flüssigkeit besser auf dem Stoff verteilen, verdunstet schneller, so dass der Träger immer ein angenehmes Tragegefühl hat“, beschreibt Gerhard Schwarzer, der bereits seit 1983 im Unternehmen ist, die Produktvorteile. Trotz der besonderen Eigenschaften kostet kein Polo bei Hajo über 50 Euro.

Von Weiden nach China

Die Geschichte der Oberpfälzer Textilmarke beginnt 1970 als Hans-Jochen Müller die Hajo-Strick GmbH gründet. Mit den Anfangsbuchstaben seines Vornamens gibt er dem Unternehmen seine Identität. Anfang der Achtziger dann der Durchbruch als Müller die Möglichkeit bekommt den Chemnitzer Textilhersteller Becher zu übernehmen. „Becher war einer der Ersten, der bereits 1950 aus China Ware importiert hat. Entscheidend waren dabei die Verbindungen nach Fernost, die sich für uns ergaben“, erklärt Wolfgang Müller. Um auf dem Markt bestehen zu können, folgten die eigenen Kollektionen produziert in China. „Der nächste Schritt war dann für uns von einem sehr preiswerten Anbieter, der alle möglichen Flächen bedient zur reinen Fachhandelsmarke“, erinnert sich Müller. Heute beschäftigt Hajo rund 90 Mitarbeiter am Standort Weiden und ungefähr 300 in der eigenen Fabrik in China. Die Hajo-Fabrik in China steht in Canton der Hauptstadt der Provinz Guangdong, welche gemeinhin auch als die „Fabrik der Welt“ bezeichnet wird. Bereits vor 25 Jahren hat sich Hajo dort die eigenen Werkstätten aufgebaut und in den letzten Jahren aufwendig saniert. Wolfgang Müller zeigt ein Fotobuch vom Einweihungsfest im April 2010. Zu sehen sind dort moderne Gebäude, die so auch in Deutschland stehen könnten. „Unsere Fabrik ist nach den sozialen Standards für 2020 gebaut. Die Arbeiter haben eigene Unterkünfte auf dem Fabrikgelände mit Nasszelle, Dusche, Kühlschrank und Platz“, beschreibt Schwarzer die Arbeitsbedingungen vor Ort. Auch Wolfgang Müller bekräftigt: „China und billig geht nicht mehr. Zum Vergleich in Bangladesh verdient ein Arbeiter 65 US-Dollar im Monat, in China kann man unter 300 US-Dollar niemand mehr beschäftigen.“ Mit dem Profil aus kreativer, qualitativ-hochwertiger und bezahlbarer Freizeitmode behauptet sich das Label seit über 40 Jahren auf dem Markt. Unter dem Motto „Aussichtsreiche Ideen beginnen im Kopf – aber dort sollten sie nicht aufhören“– hat sich Hajo vom quasi „Ein-Mann-Betrieb“ zur etablierten Fachhandelsmarke entwickelt.

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