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Die Stimmen erschallen wieder

Endlich dürfen die Laienchöre wieder mit den Proben beginnen – natürlich nur unter strengen Hygieneauflagen.
Von Angelika Lukesch

Bald kann der Cantemus Chor – hier auf einem Archivbild – wieder proben.
Bald kann der Cantemus Chor – hier auf einem Archivbild – wieder proben. Foto: Angelika Lukesch

Regensburg.Des Laiensängers Herz kann sich freuen: Ab heute ist das Singen in Laienchören unter Einhaltung strenger Schutz-und Hygienemaßgaben wieder möglich. Nachdem den Laienensembles der Probenbetrieb schon seit dem 8. Juni erlaubt ist, konnten es die Laienchöre natürlich kaum erwarten, auch endlich wieder ihre Stimmen erschallen zu lassen.

Die Domspatzen machten Druck

Dies gilt auch für die Regensburger Domspatzen. Marcus Weigl, Pressesprecher der Domspatzen, erzählt, dass die Domspatzen zusammen mit den Augsburger Domsingknaben, dem Tölzer Knabenchor und dem Windsbacher Knabenchor beim Ministerium „Druck gemacht hätten“. Man habe ein ausgeklügeltes Hygiene- und Schutzkonzept eingereicht. Schließlich sei vom Ministerium die Bitte, wieder den Probenbetrieb aufnehmen zu dürfen, mit Ja beschieden worden.

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Für die Domspatzen sei das Probenverbot existenzgefährdend gewesen, sagt Weigl. Von Rechts wegen zählen die Regensburger Domspatzen zu den Laienchören, wenngleich sie vom Niveau her zur Weltspitze gehören. Da jedoch die Knaben für ihren Gesang nicht bezahlt würden, gelten die Domspatzen eben als Laienchor. Umso erleichterter sei man, sagt Weigl, dass nun endlich wieder geprobt werden dürfe.

Zwar müsse man noch die „Ausführungsbestimmungen des Ministeriums abwarten und diese mit den Vorgaben des Bistums synchronisieren“, doch der Pressesprecher ist sicher, dass ab Mitte dieser Woche der Probenbetrieb in Stimmgruppen beginnt.

Chorphilharmonie hat Zeitdruck

Auch andere Chöre in Regensburg freuen sich, dass es wieder losgeht. Horst Frohn, Leiter der Chorphilharmonie, stellt fest: „Wir stehen unter einem recht großen Zeitdruck, da wir für unser Herbstkonzert im Rahmen des bundesweiten Projekts zum Beethovenjahr ‚Beethoven anders‘ die C-Dur Messe und das in Regensburg lange, vielleicht noch nie gespielte oder Oratorium ‚Christus am Ölberge‘ einstudieren müssen.“ Der Chorphilharmonie steht mit dem Saal der Katholischen Hochschulgemeinde großer Probenraum zur Verfügung: „Dann sollte der geforderte Abstand problemlos eingehalten werden können. Wie die weiteren Hygienebedingungen aussehen, müssen wir noch abwarten. Ich denke aber, dass eine Maske beim Singen nicht möglich ist. Bei weiterer positiver Entwicklung der Infektionszahlen könnte es dann vielleicht nach den Sommerferien wieder mit der größeren Besetzung losgehen.“

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Natürlich ist auch, Matthias Schlier, Leiter des Cantemus Chores sehr erleichtert und voller Antrieb, weil es endlich wieder vorwärts geht. „Unser Chorsaal im Haus der Musik erweist sich als großer Glücksfall! Dort können mit allen erforderlichen Abständen und Hygienemaßnahmen bis zu 29 Personen proben. Dies ist ab Montag, dem 29. Juni fest eingeplant, vorher muss das Hygienekonzept noch genehmigt werden. Es wird dann täglich ein Angebot an frei auswählbaren Chorproben geben.“

Regeln für Chöre

  • Entscheidung:

    Bayerns Kabinett beschloss am 16. Juni, dass Laienchöre ab dem 22. Juni wieder proben dürfen.

  • Voraussetzung:

    Für den Probenbetrieb müssen die Sänger einen Abstand von zwei Metern einhalten. Es muss regelmäßig gelüftet werden und die Probendauer ist begrenzt. Das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird in Abstimmung mit dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege ein Hygienekonzept entwickeln und zeitnah veröffentlichen.

Auch Julia Glas, Leiterin des Kirchenchors St. Anton, sieht den ersten Proben nach der langen Auszeit wegen Corona mit Zuversicht entgegen. Vermutlich werde man den Probenraum wechseln und vom Chorraum unterhalb der Kirche in den größeren Pfarrsaal umziehen, sagt die Chorleiterin. Der Pfarrsaal weise eine wesentlich höhere Decke auf und könne besser und permanent durchlüftet werden. „Klar ist, wir werden in Kleingruppen proben. Es wird natürlich keine ‚normale‘ Probe werden, aber die Vorfreude der Chorsänger ist groß, nicht mehr allein vor dem Computer zu singen, sondern in einer kleinen Gemeinschaft.“

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