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Völkerrecht

Eger freut sich über die Rückgabe des Stadtwalds

Die Stadt ist erleichtert, weil sie das 634 Hektar große Waldgebiet zurück bekommt. Ein Windpark ist nicht geplant.
Von Reinhold Willfurth, MZ

Die Gaststätte „Egerer Waldhäusl“ gehört zum „Stadtwald“ zwischen Neualbenreuth und Tirschenreuth.Foto: AR

EGER/NEUALBENREUTH. Aufatmen bei der Stadt Eger: „Die Entscheidung des Gerichtes wird von uns natürlich begrüßt, weil wir uns alle in Cheb um diesen Stand langfristig bemüht haben“, fasste Oberbürgermeister Pavel Vanousek die Stimmung in der Stadt zusammen. Allerdings wisse man nicht, ob die deutsche Seite Rechtsmittel gegen die Entscheidung der Regensburger Richter einlegen werde.

Oberbürgermeister: „Windpark ist kein primäres Vorhaben“

Versöhnlich gab sich das Egerer Stadtoberhaupt in der Frage, ob seine Stadt tatsächlich einen Windpark in seinem bayerischen Wald plane. Eger werde keine Schritte unternehmen, die „grundsätzlich von der Nachbarseite abgelehnt werden“. Im übrigen sei es „kein primäres Vorhaben der Stadt, einen Windpark zu gründen“, so Vanousek.

Entsetzen beim Vertriebenenverband

Entsetzen über die Entscheidung herrscht beim Vertriebenenverband. „Eine Unverschämtheit“, sagte Günther Wohlrab vom „Verband der Eghalanda Gmoin“, der rund 8000 Menschen mit Wurzeln im böhmischen Egerland vertritt. „Die Tschechen nutzen immer alles für sich aus, und die Deutschen wollen immer nur gut Freund sein“, sagte Wohlrab im MZ-Gespräch.

Die Präsidentin der Euregio Egrensis, die Marktredwitzer OB Dr. Brigitte Seelbinder, zeigte Verständnis für das Urteil, aber auch für die Hoffnung der Egerländer, doch noch eine politische Lösung für das Problem zu finden.

Das Verwaltungsgericht Regensburg hatte am Freitag die treuhänderische Verwaltung „Egerer Stadtwalds“ durch die Bundesrepublik für beendet erklärt. Damit hat die tschechische Stadt Eger (Cheb) wieder den vollen Zugriff auf das 634 Hektar große Waldgebiet zwischen Neualbenreuth und Tirschenreuth. Auch einige Immobilien gehören zu dem Besitz, etwa die Ausflugsgaststätte „Egerer Waldhäusl“.

Die Richter hatten festgestellt, dass die Verwaltung des Waldgebiets durch die Bundesrepublik gegen das Verfassungs- und das Völkerrecht verstößt.

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