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Kommentar

Ein offenes Ohr für die Opfer

Ein Kommentar von Louisa Knobloch

Wer als Kind oder Jugendlicher körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt hat, leidet oftmals ein Leben lang darunter. Besonders schlimm für die Opfer ist es, wenn ihnen niemand zuhört oder glaubt. Daher ist es so wichtig, dass der Missbrauchsskandal bei den Regensburger Domspatzen in den vergangenen Jahren intensiv aufgearbeitet wurde – und dass diese Aufarbeitung auch künftig weitergeht.

Im Fokus des Abschlussberichts von Rechtsanwalt Ulrich Weber stand dabei die institutionalisierte Gewalt, die von Priestern und Erziehern ausgeübt wurde. Ein „System der Angst“ habe in der Vorschule und am Musikgymnasium geherrscht, so Weber. Sexuelle Gewalt zwischen Schülern, wie sie Thomas M. erlebt hat, spielte in diesem Bericht tatsächlich nur eine untergeordnete Rolle. Ob auch diese Form von Missbrauch System hatte, wie Thomas M. sagt, muss nun die sozialwissenschaftliche Studie klären, die derzeit erarbeitet wird. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Opfer den Mut haben, sich zu melden und von ihren Erfahrungen zu berichten. Sie werden auf offene Ohren stoßen: Anders als dem damaligen Bischof Gerhard Ludwig Müller ist Bischof Rudolf Voderholzer die Aufklärung der Geschehnisse ein Anliegen.

Missbrauch unter Schülern ist kein reines Problem kirchlicher Einrichtungen. Daher ist es wichtig, dass Schulen Präventionskonzepte erarbeiten, um bei Verdacht schnell reagieren zu können. Die Domspatzen gehen hier mit gutem Beispiel voran.

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