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Infektion

Eine heftige Grippesaison in Ostbayern

Kliniken in Regensburg verzeichnen schwere Verläufe und Todesfälle. Erreger ist vor allem das Influenza-B-Virus.
Von Katharina Kellner

Die Grippewelle dieses Winters ist in Ostbayern schwerer verlaufen als sonst. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Die Grippewelle dieses Winters ist in Ostbayern schwerer verlaufen als sonst. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Regensburg.Deutlich mehr stationäre Patienten als in den Vorjahren und sogar Todesfälle hat die Grippewelle dieses Winters gebracht. Damit ist sie schwerer verlaufen als sonst. Dies bestätigten sowohl Prof. Bernd Salzberger, Facharzt für Innere Medizin und Infektiologie am Regensburger Uniklinikum als auch Dr. Felix Rockmann, Chefarzt am Notfallzentrum des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder der Mittelbayerischen auf Anfrage. Zwar habe die aktuelle Grippewelle im Vergleich zu früheren Jahren nicht besonders lange gedauert. Doch die Zahl der Erkrankungen sei früh sehr stark und schnell angestiegen.

Der Höhepunkt der Grippewelle ist überschritten

An beiden Kliniken gab es infolge der Grippe einzelne Todesfälle – allerdings seien ausschließlich Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder schweren Vorerkrankungen betroffen gewesen. Salzberger und Rockmann hatten am Freitag auch eine gute Nachricht: Der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle ist überschritten.

Eine Impfung ist sinnvoll

  • Welche Symptome hat die Grippe?

    Die typischen Symptome einer Infektion mit dem Grippevirus sind plötzlich auftretende Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen sowie Husten, Schüttelfrost und Fieber. Die Erkrankung verläuft jedoch nicht bei allen gleich. Ein Teil der Patienten haben nur die Symptome einer gewöhnlichen Erkältung oder trotz Infektion keine Beschwerden. Die Grippe-Infektion ist in der Regel nach fünf bis sieben Tagen überstanden.

  • Wie kann man einer Ansteckung am besten vorbeugen?

    Auch nach dem Ausbruch der Grippewelle ist eine Impfung sinnvoll und kann eine Ansteckung verhindern. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt ab sofort die Vierfach-Impfung, da sie auch gegen den zurzeit am weitesten verbreiteten Influenza-B-Stamm schützt. Die effektivste Schutzmaßnahme ist das Tragen eines Mund-und Nasenschutzes, da die Grippe vor allem über die Tröpfcheninfektion verbreitet wird. Auch das Husten und Niesen in die Armbeuge sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen. Zusätzlich sollten Risikopatienten Menschenansammlungen meiden. Eine sorgfältige Händehygiene und Abstand zu bereits Erkrankten helfen zusätzlich.

Diese Beobachtung bestätigt eine Statistik des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), die die Influenza-Erkrankungen nach Regierungsbezirken erfasst. In Hinsicht auf die Todesfälle zeigen die Zahlen des LGL, dass es aktuell in der Oberpfalz rund doppelt so viele Influenza-Fälle gibt wie im Vorjahreszeitraum, aber nur halb so viele Todesfälle. Auch in Niederbayern stieg die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark an, die der Todesfälle sank.

Erreger war vor allem das Influenza-B-Virus

Salzberger sagte, beim Erreger habe es sich vor allem um das Influenza-B-Virus gehandelt, das die von den Krankenkassen bezahlte Dreifachimpfung nicht abdecke. Die Ständige Impfkommission empfiehlt zwar mittlerweile den Vierfach-Impfstoff, der gegen zwei Influenza-B-Stämme schützt. Allerdings lassen sich nur rund 30 Prozent der Gesamtbevölkerung impfen. Salzberger: „Selbst in den Risikogruppen liegt die Impfrate unter 50 Prozent.“

Lesen Sie außerdem: Wegen der Grippewelle waren in Regensburg die Notaufnahmen stark belastet

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