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Sonntag, 27. Mai 2018 29° 2

Interview

Entspannung als Königsweg in den Schlaf

Schlafforscher Prof. Dr. Jürgen Zulley verrät was er von Schlaf-Apps hält und gibt Tipps für eine erholsame Nacht.
Von Lisa Pfeffer, MZ

Professor Dr. Jürgen Zulley mit Hund Momo. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Was halten Sie von Schlaf-Apps?

Die monotone Stimulation bei den Einschlaf-Apps ist schon richtig. Denn bei völliger Stille können wir nicht gut einschlafen. Ich bevorzuge allerdings meine eigene Musik anstatt vorgefertigte Melodien. Weck-Apps wie ein Schlafphasenwecker sind im Grunde auch nicht falsch. Man muss sich allerdings klar sein, dass der nur die Bewegungen misst und daran ableitet, in welcher Schlafphase man sein könnte. Er kann aber nicht wissen, ob man wach ist oder schläft, wenn man einfach ruhig liegt. Aber einen groben Überblick gibt er auf jeden Fall.

Welche Tricks benutzen Sie selbst, um besser schlafen zu können?

Ich nehme keine belastenden Themen mit ins Bett. Gedankenkreisen hält uns am meisten vom Schlaf ab. Ich versuche mich an bestimmte Regeln zu halten, zum Beispiel abends nichts schweres mehr zu essen. Um Musik zu hören habe ich ein Kissen mit integrierten Lautsprechern. Da spürt man auch leichte Vibrationen, das kann ich empfehlen.

Was ist der größte Schlaf-Mythos?

Dass die Schlaf-Dauer darüber entscheidet, wie fit man ist. Erholung kommt über die Qualität des Schlafes. Außerdem denken viele Leute, dass es schlimm sei, in der Nacht aufzuwachen. Man wird jede Nacht circa 28 mal kurz wach und das ist auch ganz normal, solange man gleich wieder einschläft. Dann vergessen wir das auch.

Warum wird im Alter der Schlaf leichter?

Das Pinealorgan verkalkt, die Funktionen laufen nicht mehr so gut. Es geht Richtung Säugling: Man wird nachts öfter und länger wach und schläft am Tag. Allerdings mit weniger Tiefschlaf. Das trifft die meisten Menschen.

Wie lange sollte man pro Nacht schlafen?

Im Durchschnitt circa sieben Stunden, plus minus zwei. Mindestens fünf sollten es schon sein und auch zu viel Schlaf kann krank machen.

Stören elektronische Geräte wirklich den Schlaf?

Studien kommen auf unterschiedliche Ergebnisse. Ich sehe keinen Beweis dafür, dass Handys den Schlaf stören. Höchstens wenn man auf eine E-Mail wartet, es einfach nicht weglegen kann oder sowas. Dann sollte man das Handy aus dem Schlafzimmer verbannen.

Was ist ihr Tipp, wenn man schlecht schläft?

Entspannung ist der Königsweg in den Schlaf. Und man sollte sich informieren, Experte in der eigenen Sache werden.

Schlafforscher Jürgen Zulley über den perfekten Schlaf:

Der perfekte Schlaf

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