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Denksport

Erfolg im Poker, Erfolg im Leben

Trainer Stephan Kalhamer sprach im PresseClub. Er offenbarte, was Pokerprofis und erfolgreiche Menschen gemeinsam haben.
Von Daniel Pfeifer

Stephan Kalhamer hatte seine Weltmeister-Trophäe von 2011 in den Presseclub mitgebracht. Foto: Pfeifer
Stephan Kalhamer hatte seine Weltmeister-Trophäe von 2011 in den Presseclub mitgebracht. Foto: Pfeifer

Regensburg.Mathematiker, die am prestigeträchtigen MIT in Boston studiert haben, machen sich meistens daran, die Welt zu verändern oder Millionen in der freien Wirtschaft zu verdienen. Der Regensburger Stephan Kalhamer machte es anders: Er nutzt sein Wissen, um anderen Menschen Geld abzuknöpfen. Und zwar am Pokertisch. Im Presseclub erzählte er am Donnerstagabend im Gespräch mit MZ-Redakteur Martin Kellermeier, wie das im Prinzip jeder kann – und was man aus dem Spiel fürs Leben lernen kann.

Der erfolgreiche Profi-Spieler, Autor und Coach geht an Poker annähernd so heran, wie andere an eine Gleichung mit mehreren Unbekannten. Er muss Wahrscheinlichkeiten errechnen, den Gegner psychologisch einschätzen, das Risiko abwägen.

Das Leben erfolgreich meistern

Wer wie Kalhamer wirklich langfristig als Poker-Spieler erfolgreich sein will, kann spektakuläre Aktionen, wie man sie aus Hollywood-Filmen kennt, gleich vergessen. Und darf stattdessen Tugenden wie Geduld und Demut einüben. „Ich muss mir überlegen, ob mir etwas Spaß machen soll oder ob ich gewinnen will“, fasst Stephan Kalhamer mit einem Augenzwinkern seine kalkulierende Herangehensweise zusammen. Man merkt schon: Die Lektionen des Poker-Profis gelten nicht exklusiv für das Kartenspiel. Die Strategien, die Menschen zu besseren Spielern machen, können allen Menschen zu einem erfolgreicheren Leben verhelfen. Zu einem besseren Umgang mit den Mitmenschen, aber auch zu einem besseren Umgang mit sich selbst.

„Jeder Mensch ist Pokerspieler, ob er es will oder nicht“

Stephan Kalhamer, Poker-Trainer aus Regensburg

„Pokerstrategien lassen sich gut auf das Leben anwenden. Jeder Mensch ist Pokerspieler, ob er es will oder nicht“, philosophiert Kalhamer. Glück und Pech im Leben kann man genauso wenig beeinflussen, wie die Karten, die der Dealer einem austeilt. Entscheidend ist, was man damit anstellt. „Ich muss mir immer sofort selbst verzeihen“, sagt Kalhamer beispielsweise, „denn am Ende kommt es auf die Gesamtbilanz aus Siegen und Niederlagen an.“

Workshops und Fachbücher

Seine hochaktive Pokerphase hat Stephan Kalhamer hinter sich, er veranstaltet nun Poker-Workshops und verfasst Fachbücher. Er teilt sein Wissen auch zunehmend mit Managern und Unternehmern, die Tricks für das Überleben im Haifischbecken Wirtschaft suchen. Er verkörpert den Gegenentwurf zum „Zocker“: ein geduldiger, ruhiger Mann, der sich der Risiken stets bewusst ist und keine Freude daran findet, je über seine finanziellen Verhältnisse zu spielen. Und er kennt das Wort Demut.

Seinen eigenen Erfolg schreibt Kalhamer auch dem Glück zu. Wäre er nicht als Weißer im reichen Europa geboren, hätte er nicht das Pokern für sich entdeckt – er hätte nicht das Leben, das er heute führt. Kalhamer würde übrigens niemandem den „Traumjob“ Pokerspieler empfehlen: „Das ist wie zu sagen, ich möchte Popstar werden. Man sollte sich nicht allein aufs Glück verlassen.“

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