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Prozess

Erzbischof wehrt sich gegen Hetze

Ein Anwalt hatte den Bamberger Kirchenmann wüst beschimpft und wollte einen Strafbefehl nicht akzeptieren.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wehrt sich gegen Drohungen im Internet. Foto: Nicolas Armer/dpa
Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick wehrt sich gegen Drohungen im Internet. Foto: Nicolas Armer/dpa

Bamberg.Die Internet-Hetze gegen den Bamberger Erzbischof Ludwig Schick ist nun ein Fall für das Gericht. Ein Anwalt aus Wuppertal muss sich morgen vor dem Amtsgericht Bamberg verantworten. Er hatte einen Strafbefehl wegen eines Hass-Kommentars auf Facebook nicht akzeptiert, deshalb wird nun verhandelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Facebook-Nutzer über Schick geschrieben: „Stell Dir vor, dieser Heini wird im Gottesdienst geköpft und niemand schaut hin.“ Die Anklagebehörde wertet das als Beleidigung. Im Herbst 2016 hatte es eine Welle hasserfüllter Kommentare bis hin zu Morddrohungen gegen Schick gegeben. Ausgelöst wurden die Beschimpfungen durch einen Eintrag auf der Facebook-Seite der AfD Ende Oktober 2016. Es war ein Foto des katholischen Kirchenmanns in Kombination mit dem verkürzt wiedergegebenen Zitat „Kirche: Muslimischer Bundespräsident denkbar“ zu sehen.

4000 Euro für Hass-Kommentar

Konkret hatte Erzbischof Schick während einer Podiumsdiskussion in Nürnberg auf die Frage, ob er sich einen muslimischen Bundespräsidenten vorstellen könne, geantwortet, dass er dafür derzeit keine gesellschaftliche Mehrheit sehe. Auf die Nachfrage, ob er dies denn grundsätzlich für möglich halte, sagte Schick, dass ein möglicher muslimischer Kandidat von den Parteien nominiert und von der Bundesversammlung gewählt werden müsste. Wenn dies geschehen sollte, werde die Kirche diese demokratische Entscheidung akzeptieren. Alles andere entspräche nicht dem Grundgesetz.

In einem weiteren Verfahren gegen einen Kommentar-Schreiber bei Facebook ist ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Bamberg inzwischen rechtskräftig, wie ein Sprecher der Anklagebehörde sagte. Der Mann hatte geschrieben: „Dieses ganze Politiker- und Pfaffengesindel sind korrupte Verbrecher und gehören liquidiert.“ Er musste eine Geldstrafe von 4000 Euro zahlen.

Immer wieder registrieren Schick und seine Mitarbeiter Hetzbotschaften im Netz – „immer dann, wenn es eine entsprechende Äußerung des Erzbischofs gibt“, wie ein Bistumssprecher sagte. Das sei zuletzt vor ein paar Monaten der Fall gewesen, als Schick gesagt hatte, dass Christen sich ein Vorbild daran nehmen könnten, wie viele Muslime ihren Glauben öffentlich leben und sich dazu bekennen. „Im Moment ist es ruhig“, ergänzte der Sprecher. (dpa)

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