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Tiere

Experte: Gifteinsatz gegen Schwammspinner erfolgreich

Weil in Unter- und Mittelfranken zahlreiche Eichen von Schwammspinnern bedroht waren, hat die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Gift gegen die Tiere eingesetzt. Das zeigt Wirkung - obwohl immer noch einige der Insekten fliegen.

Ein Eigelege des Schwammspinners ist auf der Rinde einer Eiche zu sehen. Foto: Nicolas Armer/Archiv
Ein Eigelege des Schwammspinners ist auf der Rinde einer Eiche zu sehen. Foto: Nicolas Armer/Archiv

Freising.Ein Gifteinsatz gegen Schwammspinner in Unter- und Mittelfranken zeigt den erhofften Effekt. Über 80 Prozent der Larven und Raupen seien tot, erklärte Ralf Petercord von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft. Von Ende April bis Anfang Mai war die Behörde auf 1057 Hektar Wald mit chemischen Substanzen gegen die Schwammspinner vorgegangen. Denn die bedrohen den Forst.

Damit ist der Umfang der Maßnahme kleiner als zunächst geplant. Mitte April hatte Petercord noch von 1400 Hektar gesprochen. „Wir haben einige Flächen aus Naturschutzgründen herausgenommen“, erklärte der Experte. Darum hatte sich unter anderem der Bund Naturschutz bemüht. „Und es gab Waldbesitzer, die die Maßnahme nicht wollten.“

Die Raupen des Schwammspinners kamen vor allem in Unterfranken vor. Dort sind viele Eichen zu Hause, die werden von dem Insekt kahlgefressen. Da die Bäume ihre Blätter aber für die Photosynthese benötigen, können sie absterben. Deshalb verteilte die Landesanstalt per Hubschrauber die Substanz MIMIC über den Baumspitzen in Unterfranken und im nördlichen Mittelfranken, so Petercord. Bei dem Gift handele es sich um einen Häutungsbeschleuniger. Es schade nur Insekten, die sich noch häuten. Andere Tiere seien nicht betroffen.

Mit dem Ergebnis ist Petercord sehr zufrieden. Ziel sei nicht gewesen, alle Tiere zu töten. „Es sind noch Schmetterlinge da, die auch abfressen.“ Die Vorgabe sei gewesen, dass die Eichen überleben. Und das sei wohl erreicht.

Ein Verwandter, der Eichenprozessionsspinner, breitet sich derweil in Bayern aus, laut Landesamt in diesem Jahr das erste Mal in Freising. Die Raupen können bei Menschen allergische Reaktionen auslösen, wenn sie über ihre Brennhaare Protein absondern, das bei Hautkontakt oder dem Einatmen zu Bindehaut- oder Schleimhautentzündungen führen kann.

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