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Asyl

Experten kritisieren Ankerzentren

Die Zentren sind seit der Einführung umstritten. Im Landtag gab es nun eine Anhörung dazu. Besonders im Fokus standen Kinder.

Teilnehmer einer Aktion gegen Ankerzentren fordern alternative Expertenanhörungen, in denen auch Geflüchtete zu Wort kommen.  Foto: Balk/ dpa
Teilnehmer einer Aktion gegen Ankerzentren fordern alternative Expertenanhörungen, in denen auch Geflüchtete zu Wort kommen. Foto: Balk/ dpa

München.Die Ankerzentren für Flüchtlinge sind umstritten – nun haben auch mehrere Experten im bayerischen Landtag viel Kritik an den Einrichtungen geübt. In einer Anhörung des Rechtsausschusses beklagten gestern mehrere Sachverständige eine unzureichende oder fehlende unabhängige Beratung der Asylbewerber, warnten vor einer zu langen Aufenthaltsdauer und kritisierten eine wenig bis gar nicht kindgerechte Unterbringung. Ein Kinder- und Jugendpsychiater sprach sogar von einer strukturellen Gefährdung des Kindeswohls.

Asyl

Ankerzentrum: Bewohner hoffen auf Ruhe

Die Krawalle nach dem Tod der 31-Jährigen in einem Regensburger Asylheim warfen viele Fragen auf. Die Polizei ermittelt noch.

Die Grünen forderten deshalb die Abschaffung der Ankerzentren. Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Hans-Eckhard Sommer, verteidigte diese dagegen. Er argumentierte, genau wie die Regierung, dass Asylverfahren nun schneller und effektiver abliefen.

Wohlfahrtsverbände wollen kleinere Einrichtungen

Der Kinderpsychiater Daniel Drexler kritisierte, die Lebensumstände in den Ankerzentren machten Kinder und Jugendlichen krank. Auch die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege bekräftigte, Rechte von Kindern würden in den Ankerzentren nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt. Die Kinder lebten in einer „angstbesetzten Umgebung“, hieß es in einer Stellungnahme. Kinder- und familiengerechte Räume sowie eine ruhige Lernumgebung gebe es meist nicht – und Freizeitangebote nur in sehr geringem Maße. Der Anspruch auf den Besuch einer Kindertagesstätte, auf Bildung und Förderung im Vorschulalter werde „kaum umgesetzt“. Schulbildung finde vorwiegend isoliert statt.

Ankerzentren

  • Struktur: Dort sollen Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, von Bundesagentur für Arbeit, Jugendämtern und Ausländerbehörden zusammenarbeiten.

Die Wohlfahrtsverbände fordern deshalb die Rückkehr zu kleineren Einrichtungen, ebenso der Bayerische Flüchtlingsrat. Der Verein Ärzte der Welt erklärte gestern sogar, sich aus der psychologischen und psychiatrischen Versorgung von Asylsuchenden im Ankerzentrum Manching/Ingolstadt zurückzuziehen. „Die krankmachenden Lebensbedingungen in der Anker-Einrichtung Manching/Ingolstadt verhindern eine erfolgreiche Behandlung“, sagte der Vorsitzende der Hilfsorganisation, Heinz-Jochen Zenker, laut Mitteilung. Ärzte der Welt könne die Verantwortung für die Verfassung schwer psychisch Kranker nicht tragen.

Grüne möchten Ankerzentren abschaffen

Gülseren Demirel, asylpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, die die Anhörung angestoßen hatte, sagte, für sie sei endgültig klar: Die sogenannten Ankerzentrem seien inhuman und gehörten abgeschafft: „Wir dürfen zu uns geflüchtete Menschen nicht länger in diesen trostlosen Wartesälen des Lebens versauern lassen.“ (dpa)

Integration

Laute Kritik am Ankerzentrum verstummt

Seit einem halben Jahr gibt es das Ankerzentrum in Regensburg. Es war bei seiner Einrichtung sehr umstritten.

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