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Kriminalität

Fall Frischholz: Knochen sind von Tieren

Die Polizei bestätigt, dass die bei Flossenbürg gefundenen Skelettteile nicht von Menschen stammen. Es gibt neue Zeugen.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Bei Waldkirch wurden Knochenteile ausgegraben. Foto: Stöcker-Gietl
Bei Waldkirch wurden Knochenteile ausgegraben. Foto: Stöcker-Gietl

Flossenbürg.Zwei Grabungen sind erfolglos verlaufen, aber die Polizei will in ihren Anstrengungen, den Vermisstenfall Monika Frischholz nach fast 43 Jahren noch aufzuklären, jetzt nicht nachlassen. Allein seit den Grabungen an einem Waldstück bei Waldkirch in der Gemeinde Georgenberg (Lkr. Neustadt/Waldnaab), bei dem unter anderem das Wrack eines VW Käfers geborgen wurde, sind erneut mehr als 30 Hinweise eingegangen, die nun abgearbeitet werden, sagte Polizeisprecher Florian Beck auf Nachfrage. Damit hat sich die Zahl der Hinweise, die seit der Wiederaufnahme der Ermittlungen Ende vergangenen Jahres eingegangen sind, auf über 80 erhöht.

Inzwischen steht fest, dass die bei den Grabungen vor drei Wochen gefundenen winzigen Knochen nicht von der vermissten Schülerin stammen. Weitergehende rechtsmedizinische Untersuchungen hätten das bestätigt. „Es sind tierische Knochen“, sagte Beck. Bereits zuvor hatten die Ermittler ausgeschlossen, dass der Käfer in einem Zusammenhang mit dem Verschwinden der Schülerin stehen könnte. Der längst verstorbene ehemalige Halter hatte ihn etwa zu jener Zeit am Waldrand entsorgt, als Monika Frischholz verschwand. Entsprechende Beobachtungen waren der Polizei mitgeteilt worden und führten letztlich zu den Grabungen an dieser Stelle.

Mögliche weitere Ablageorte

Die seit 1976 vermisste Schülerin Monika Frischholz Foto: Frischholz
Die seit 1976 vermisste Schülerin Monika Frischholz Foto: Frischholz

Die Ermittler konzentrieren sich nun auf mögliche weitere Ablageorte. Ob weitere Suchaktionen nach der Schülerin stattfinden sollen, darüber konnte Beck derzeit keine Auskünfte erteilen. „Das wird sich im Laufe der weiteren Ermittlungen zeigen.“

Monika Frischholz war am 24. Mai 1976 nach einem Spaziergang mit Freundinnen aus ihrem Heimatort Flossenbürg verschwunden. Zuletzt wurde sie im sogenannten Ortsteil Froschau nahe ihres Elternhauses gesehen. An der Abzweigung nach Waldkirch verliert sich ihre Spur. Von Flossenbürg nach Waldkirch führt eine Straße durch ein Waldgebiet.

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Seit 1976 fehlt von der damals Zwölfjährigen aus Flossenbürg jede Spur. Neue Ermittlungen blieben aber ohne Erfolg.

Der wichtige Hinweis

Bis heute hat die Polizei nichts über jenen Zeugenhinweis verraten, der letztlich zur Wiederaufnahme der Ermittlungen führte. Nur so viel wurde bekannt: Der Hinweis legt nahe, dass Monika einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Daraufhin wurde im Herbst 2018 die Ermittlungsgruppe Froschau unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Armin Bock gegründet. Fünf Kriminalbeamte untersuchten den Fall und kamen zu dem Schluss, dass das Verschwinden von Monika Frischholz als Mordfall neu geprüft werden muss.

Ob es im Zusammenhang mit dem Verschwinden der Schülerin Verdachtsmomente gegen einzelne Personen gibt, darüber sagt die Polizei nichts. Allerdings fand unmittelbar nach den Grabungen vor drei Wochen eine Wohnungsdurchsuchung statt. Dabei habe sich aber kein dringender Tatverdacht gegen eine Person ergeben. Auch eine Festnahme sei nicht erfolgt. „An diesem Sachstand hat sich nicht geändert“, sagte Beck gestern.

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