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Ermittlungen

Fall Monika: Alten Verdacht ausgeräumt

1976 verschwand das Kind aus Flossenbürg. Die Kripo hat nun ihren Fußweg rekonstruiert – und eine Spekulation weggelegt.

Monika Frischholz verschwand im Mai 1976 in Flossenbürg. Jetzt ermittelt die Polizei wieder. Foto: Polizei
Monika Frischholz verschwand im Mai 1976 in Flossenbürg. Jetzt ermittelt die Polizei wieder. Foto: Polizei

Flossenbürg.Im Fall Monika Frischholz tut sich was. Die Kriminalpolizeiinspektion Weiden und ihre Sondergruppe „EG Froschau“ meldeten am Freitag neue Zwischenergebnisse ihrer Ermittlungen. Unter anderem konnten sie den Fußweg rekonstruieren, bei dem die Zwölfjährige letztmals lebend gesehen wurde, und mit Spekulationen über ein gelbes Auto aufräumen.

Das Mädchen, davon gehen die Ermittler aus, wurde wohl vor 42 Jahren ermordet. Aktuell gingen mehr als 25 Hinweise ein, die „wertvolle neue Erkenntnisse“ brachten, hieß es am Freitag. Die Ermittler bauen auf weitere Tipps aus der Bevölkerung.

Die Zwölfjährige war am Nachmittag des 25. Mai 1976, gegen 15.30 Uhr, in ihrem Heimatort Flossenbürg das letzte Mal lebend gesehen. Gegen 15.15 Uhr verließ sie ihr Elternhaus im Stieberweg und ging Richtung Floßer Straße. Dort bog sie nach links ab und ging die Floßer Straße bergab. Die Ermittler konnten dank verschiedener Zeugenhinweise den Weg detailliert nachvollziehen. Der letzte Sichtkontakt zu dem Mädchen fand im Bereich Ortsausgang Flossenbürg auf Höhe der Abzweigung nach Waldkirch statt. Dort knüpft nun die weitere Suche der „EG Froschau“ an.

Gelbes Auto jetzt unverdächtig

Die Kriminalbeamten konnten außerdem einen alten Verdacht ausräumen. 1976 gab es einen einzelnen Zeugenhinweis, dass Monika im nahegelegenen Ort Floß in ein gelbes Auto gestiegen wäre. Das Fahrzeug sei mit dem Teilkennzeichen „LÜ“ für Lüdenscheid oder Lünen versehen gewesen. Die Ermittlungsgruppe hat aktuell eine Zeugin ausfindig gemacht, welche Monika Frischholz zum Zeitpunkt ihres Verschwindens zum Verwechseln ähnlich gesehen hatte. Diese lebte zur damaligen Zeit in Floß und konnte zu dem Fall befragt werden. Nach den vorliegenden Erkenntnissen und der Zeugenaussage der Frau gehen die Ermittler davon aus, dass der Hinweis auf das Auto nicht im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Monika Frischholz steht.

„Am Beispiel dieser neuen Erkenntnisse zeigt sich, wie wertvoll auch weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung für unsere Ermittlungsarbeit sind.“

Armin Bock

„Am Beispiel dieser neuen Erkenntnisse zeigt sich, wie wertvoll auch weiterhin Hinweise aus der Bevölkerung für unsere Ermittlungsarbeit sind. Dank des Zeugen, kann nun der Weg von Monika bis zum ehemaligen Steinbrunnen unmittelbar vor der Abzweigung Waldkirch nachvollzogen werden. Die Beobachtungen müssen dabei nicht zwingend selbst gemacht worden sein. Wir überprüfen auch alle Hinweise vom Hörensagen.“, betonte Armin Bock, Leiter der Ermittlungsgruppe bei der Kriminalpolizeiinspektion Weiden, am Freitag.

Über 25 Hinweise sind zwischenzeitlich bei der Kripo Weiden eingegangen und werden derzeit akribisch bewertet und abgearbeitet. Die Ermittler hoffen, dass es noch mehr werden. Der Appell lautet, auch vermeintlich unwichtige Informationen an die Kriminalisten zu übermitteln. Bei der Bearbeitung der bisherigen Hinweise stellten sie fest, dass sich Zeugen der Wichtigkeit ihrer Informationen oft gar nicht bewusst waren oder irrtümlich geglaubt haben, die Polizei hätte das Mitgeteilte ohnehin schon gewusst.

„Auch nach 42 Jahren haben es die Angehörigen und die Gesellschaft verdient, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt.“

Armin Bock

Die Beamten der EG Froschau ermitteln weiterhin mit Nachdruck in alle Richtungen, gehen jedoch davon aus, dass sie es mit einem oder mehreren Tätern aus der Region zu tun hat. „Mord verjährt nie. Wir werden weiterhin alles dafür tun, den Fall doch noch aufzuklären. Monika war ein fröhliches Kind. Auch nach 42 Jahren haben es die Angehörigen und die Gesellschaft verdient, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt“, betont Armin Bock.

Kriminalität

Vermisste Monika: Weitere Hinweise

Bisher haben sich 25 Zeugen bei der Polizei gemeldet – darunter sei ein weiterer vielversprechender Tipp, sagt die Polizei.

Für Hinweise im Fall Monika ist eine Belohnung in Höhe von 10 000 Euro ausgesetzt. Zeugen, die sich bis jetzt noch nicht gemeldet haben, können Hinweise unter (09 61) 401-291 geben. „Jeder noch so kleine Hinweis kann für die Ermittler von großer Bedeutung sein“, betont die Polizei.

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