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Halbzeitbilanz

Fastenzeit: Salzlos, aber gut gelaunt

Vier MZ-Kollegen sind auf Diät. Nach drei Wochen ziehen sie ein erstes Fazit. Beim Plastikfasten herrscht der größte Frust.
Von Bernhard Fleischmann, Teresa Hartl, Nina Rottach und Isolde Stöcker-Gietl

Noch drei Wochen, dann ist die Zeit des Fastens auch schon wieder vorbei.Foto: dpa
Noch drei Wochen, dann ist die Zeit des Fastens auch schon wieder vorbei.Foto: dpa

Bernhard Fleischmann: Wer Plastik meidet, muss wickeln können und mehr zahlen

Zu Beginn ein Erfolgserlebnis: Ich erstehe unvorbereitet dank deftiger Rabatte und des Geschicks der Verkäuferin eine Lederjacke, zwei T-Shirts, ein Hemd, eine Hose; keine Tasche dabei, das Auto einen halben Kilometer entfernt und schon drei Artikel aus der Drogerie in der Hand. Tüte verbietet sich. Also alles in die Jacke gewickelt, Einkauf mangels freier Hände beendet. Passt. Bis ich daheim auf den Etiketten lese, dass fast in allen Klamotten Polyirgendwas steckt. Im Supermarkt: Äpfel rollen lose aufs Kassenband, Käse an der Theke geholt. Würde die Fachverkäuferin nicht nach jedem Abschnitt eine neu abgezogene Frischhaltefolie auf ihre Ware pappen, würde ich mich gut fühlen. Viele Lebensmittel gibt es nur in Plastik, manche lediglich vereinzelt ohne, dann aber teurer. Plastik fasten kostet Geld.

Teresa Hartl: Frische Kräuter ersetzen das Salz in der Suppe

Zugegeben: die ersten Tage waren nicht ganz einfach. Als ich nämlich zuhause erst einmal meine Vorräte genauer inspiziert hatte, wurde ganz schnell klar: in verarbeiteten Lebensmitteln stecken oft hohe Mengen an Zucker, Fett oder Salz. Das heißt, ich muss nicht nur auf Süßigkeiten, Fast Food und den Salzstreuer verzichten, sondern auch auf Früchte-Müsli, geräucherten Schinken und sogar Balsamico. Nach dem Aussortieren gilt es dann täglich selbst zu kochen. Denn unterwegs ist es noch schwieriger, erlaubtes Essen zu finden. Und siehe da: Zucker, ungesunde Fette und Salz kann man tatsächlich ganz leicht einfach weglassen! Na gut, die erste Hühnersuppe gegen meine Erkältung schmeckte ziemlich fad, aber Chili und frische Kräuter können wahre Wunder bewirken. Ebenso wie Vanille und Zimt gegen die Lust nach Süßem.

Nina Rottach: Ein bisschen selbst belügen hilft gegen schlechte Stimmung

Montagmorgen, sieben Uhr, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, umklammere ich meinen Eiskratzer mit festem Griff und befreie bei Minusgraden meine Autoscheiben von Eis und Schnee. Dass ich gerade lieber im Bikini mit einem Cocktail in der Hand am weißen Sandstrand liegen würde, daran hat auch das Meckerfasten nichts geändert. Was sich aber verändert hat, ist, wie ich mich mit der Situation arrangiere: Ich lasse mir meine Stimmung davon nicht mehr vermiesen! In den bisher 20 Tagen Fastenzeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich gelegentlich ein bisschen selbst anlügen muss, um Ruhe zu bewahren. Also „freue“ ich mich einfach darüber, dass mir der kratzige Sand zwischen den Zehen erspart bleibt. Nicht mein bestes Argument, ich weiß, aber es hilft ein wenig. Beim ein oder anderen genervten Augenverdreher auf dem Arbeitsweg ertappe ich mich aber leider trotzdem manchmal. In solchen Momenten mache ich mir bewusst, dass die Situation doch gar keinen negativen Gedanken wert ist und schon bin ich wieder entspannter.

Isolde Stöcker-Gietl: Gut geschlafen mit der Schneewittchen-Diät

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen und wer aus meinem Becherchen getrunken? Wie Schneewittchen bei den sieben Zwergen halte ich es eine Nummer kleiner auf dem Tisch – weil so eine Portion Nudeln in einem Müslischüsselchen ja gleich viel mehr hermacht. Mehr getrickst wird aber nicht. Und so gestaltet sich diese Diät so entspannt, wie keine zuvor. Ich verzichte an sechs Tagen die Woche auf Süßes und reduziere am Abend die Kohlenhydrate. Gemüse, Fisch, Eier oder mal ein Stück Fleisch und jeden Abend eine Portion Joghurt ohne Zucker sorgen dafür, dass kein Heißhunger aufkommt. Nach dem Essen werden sofort die Zähne geputzt. Ein einfacher Trick, der wirklich hilft! Wie Schneewittchen, die in einen tiefen Schlaf fiel, schlafe auch ich viel – und, was mich besonders freut – auch noch ausgesprochen gut. Nach drei Wochen zeigt die Waage ein Kilo weniger. Das ist für mich vollkommen in Ordnung. Denn mit der Schneewittchen-Diät habe ich das Richtige für mich gefunden. So kann ich auch nach der Fastenzeit weitermachen – bis mein Ziel von fünf Kilo weniger erreicht ist!

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