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Aschermittwoch

FDP: Breitseite gegen Lieblingsgegner

Gut gelaunt und kämpferisch kam die FDP in Dingolfing zusammen. Der Rundumschlag reichte von Poldern bis Europa.
Von Jan-Lennart Löffler

Nicola Beer, Spitzenkandidatin der FDP bei der Europawahl, spricht beim Politischen Aschermittwoch der FDP. Foto: Sina Schuldt/dpa
Nicola Beer, Spitzenkandidatin der FDP bei der Europawahl, spricht beim Politischen Aschermittwoch der FDP. Foto: Sina Schuldt/dpa

Dingolfing.Rhetorische Nadelstiche gegen die CSU und die Freien Wähler, Angriffe auf die Große Koalition in Berlin und volle Breitseite gegen die Grünen: Die Freien Demokraten gaben sich bei ihrem Politischen Aschermittwoch in Dingolfing gut gelaunt. Dabei hat die FDP auch die Europawahl im Blick: FDP-Spitzenkandidatin Nicola Beer warb als Hauptrednerin für ein freiheitliches Europa, das man nicht den Populisten überlassen dürfe.

Spitze gegen Aiwanger und Schweiger

Gleich zu Beginn kritisierte Martin Hagen, der FDP-Fraktionsvorsitzende im bayerischen Landtag, die Landesregierung für den letzten Rückzieher in der Polderdiskussion. Gerade für Niederbayern seien diese Polder wichtig. Warum hat Aiwanger den Flutpolder bei Regensburg wieder einkassiert? Martin Hagen weiß es: „Weil seine Frau dort Landrätin ist. Happy wife, happy life!“

„Dieser Regierung – im reichsten Bundesland – geht das Geld aus.“ Martin Hagen

Hagen freut sich, dass die FDP wieder im Landtag dabei ist. Er blickt auf die kommende Haushaltsdebatte: „Dieser Regierung – im reichsten Bundesland – geht das Geld aus.“

Nicola Beer holt zum Rundumschlag gegen die Bundesregierung aus: „Die GroKo regiert nicht, sie simuliert regieren.“ Und der bayerische FDP-Chef Föst hat genug von den „Ehekrisen und Therapiesitzungen der Koalition“. Beer schwenkte auch zur CDU: AKK blinke in alle Richtungen, mal konservativ mal progressiv. Im Herzen sei sie eine Sozialdemokratin.

Beer fordert zur Wahl auf

Aktueller Lieblingsgegner der Freien Demokraten sind die Grünen. Das wurde auch in Dingolfing wieder deutlich. Beer zählte die „grünen zehn Gebote“ auf, die alle mit den Worten „Du sollst dich nicht am Leben freuen“ beginnen würden. „Jeden Tag ist Weltuntergangsstimmung“, sagt Beer über die Politik der Ökopartei. Zuerst kämpften die Grünen gegen den Diesel, dann gegen den Benziner und dann gegen das Auto an sich. Nach dem Motto: „Von den Bienen bis zum Klima, wenn wir regieren, ist alles prima.“

Beer fordert zur Wahl im Mai auf: „Für ein Europa das Strahlkraft hat. Ein Europa der Freiheit und ein Europa, das zu Schade ist, es den Populisten von links und von rechts zu überlassen.“

Parteien

Das war der politische Aschermittwoch

Der politische Aschermittwoch dreht sich heuer auch um Europa. Dabei gab es gut gezielte Pointen – und platte Polemik.

Die FDP tut sich schwer in Bayern. Die Landtagswahl im Oktober war eine Zitterpartie. Am Ende reichte es mit fünf Prozent knapp für den Wiedereinzug in den bayerischen Landtag. Die politische Agenda bestimmen derzeit andere Parteien, nicht zuletzt die Grünen und die AfD. Rund 300 Besucher fanden sich in der Dingolfinger Stadthalle ein, in der einige Plätze leer blieben.

Zum Abschluss gab sich der bayerische FDP-Chef Föst noch einmal kämpferisch. „Unsere Freiheit haben andere für uns erkämpft, aber wir müssen sie verteidigen.

Alle Berichte zum politischen Aschermittwoch:

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