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Flughafenanbindung: Otto Zeitlers Sparplan

CSU-Mann Otto Zeitler hält nichts von der Neufahrner Kurve. Zu teuer, zu umständlich, sagt er und bietet eine Alternative.
Von Christine Schröpf, MZ

  • Otto Zeitlers Konzept für eine direkte Anbindung Ostbayerns an den Müncher Flughafen.
  • Über eine direkte Anbindung Ostbayerns an den Flughafen München wird schon lange heiß diskutiert.

Nabburg/München. Der Oberpfälzer CSU-Landtagsabgeordnete Otto Zeitler macht Dampf: Eigentlich hatte ihm Ministerpräsident Horst Seehofer bei einem Treffen im März bis zum Sommer Zeit gegeben, ein detailliertes Konzept für eine direkte Flughafenbindung Ostbayerns vorzulegen. Doch der Nabburger Politiker legte seine Ideen und erste Planungen eines Münchner Ingenieursbüros schon am Freitag auf den Tisch. 578 Millionen Euro kostet die „Zeitler-Spange“. Am Abend präsentierte er das Konzept im CSU-Bezirksvorstand. „Ich wünsche mir Rückendeckung“, so sein Appell an die Parteifreunde.

Seehofer-Trasse „optional“

Die Zeit eilt. Im Herbst will Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) entscheidende Weichen stellen. Dann liegt eine Untersuchung zur Wirtschaftlichkeit eines direkten Anschlusses Ostbayerns an den Flughafen vor. Zeitlers Idee steht allerdings in Konkurrenz zu den bisherigen Planungen der „Neufahrner Gegenkurve“, die ein gutes Stück hinter Freising in einem engen Winkel Richtung Airport führen würde. Ein unnötiger Umweg, meint Zeitler, der eine andere Streckenführung favorisiert: Sie beginnt näher an Freising, schlägt einen Bogen zum Flughafen und mündet hinter dem Airport in die Gleise der S-Bahnen 1 oder 8. Auf den beiden Trassen können der Hauptbahnhof oder der Ostbahnhof angefahren werden. Der Kostenfaktor ist Zeitlers wichtigstes Argument: 834 Millionen Euro würde die Neufahrner Gegenkurve kosten – 256 Millionen Euro mehr als für die „Zeitler-Spange“ nötig sind.

Zeitler hat noch einen Trumpf im Ärmel, der bei Seehofer stechen könnte. Die Zeitler-Spange ließe sich problemlos durch eine Bahntrasse Richtung Ingolstadt ergänzen. Dort wohnt bekanntlich der Ministerpräsident, In 20 Minuten könnte Seehofer auf diesem Weg per Bahn vom Flughafen nach Hause fahren. „Jetzt dauert es rund zwei Stunden“, weiß Zeitler.

Der Landtagsabgeordnete erläuterte dem CSU-Bezirksvorstand am Freitag übrigens eine abgespeckte Version des „Bayernpakets“, das er noch im März als Großlösung favorisiert hatte. Damals umfasste sein Vorschlag statt der Routenführung über S-Bahn-Gleise noch eine neue Trasse mit Nordtunnel zum Hauptbahnhof. Die Erfolgsaussichten dieses Pakets hatten sich aber zuletzt drastisch verringert. Hintergrund sind Münchner Standortentscheidungen für eine neue S-Bahn-Stammstrecke, die mit Zeitlers Vorstellungen nicht konform gehen.

Zeitler will Stück vom Kuchen

Beim neuen Konzept rechnet Zeitler mit weniger Gegenwind. „Ich will alle Kräfte für unsere Lösung bündeln.“ Eine direkte Flughafenanbindung sei für Ostbayern ein entscheidender Zukunftsfaktor. „Es geht nicht darum, dass Urlauber schneller nach Mallorca kommen, sondern um die wirtschaftliche Entwicklung in Ost- und Nordbayern.“ Der CSU-Politiker verweist auf eine Studie, nach der in den nächsten Jahren im Umkreis des Münchner Airports 90000 Arbeitsplätze entstehen und 200000 bis 250000 Menschen zuwandern. Von diesem Kuchen würde Zeitler gerne ein Stück abschneiden. Bei guten Verkehrsverbindungen spreche nichts dagegen, dass sich neue Firmen nicht nur im Speckgürtel des Flughafens, sondern auch in Regensburg oder Schwandorf ansiedeln.

IHK für Neufahrner Kurve

Die Industrie- und Handelskammer Regensburg (IHK) favorisiert in einer ersten Reaktion auf den Zeitler-Vorstoß weiter die Neufahrner Gegenkurve. „Sie ist nach jetzigem Planungsstand eine sehr gute Lösung“, sagte der Hauptgeschäftsführer, Dr.Jürgen Helmes.

Der Zeitler-Plan habe allerdings durchaus Charme. „Vorteil ist sicherlich der Durchgangsbahnhof in Richtung München, weshalb wir seine Pläne aufmerksam verfolgen werden“, so Helmes. Risiken birgt aus Sicht der IHK Zeitlers Kostenkalkulation. Man hegt Zweifel, ob die Trasse trotz eines aufwendigen Tunnels im ersten Teil wirklich für 578 Millionen Euro zu bauen ist.

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