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Verkehr

Flughafenzug steht in den Startlöchern

Am Sonntag startet die neue Direktverbindung von Regensburg nach München. In der Region ist die Freude groß.
Von Louisa Knobloch

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart und Landtagspräsidentin Ilse Aigner bei der Jungfernfahrt mit dem neuen Flughafenexpress Foto: Knobloch
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bahn-Vorstand Ronald Pofalla, der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart und Landtagspräsidentin Ilse Aigner bei der Jungfernfahrt mit dem neuen Flughafenexpress Foto: Knobloch

Regensburg.Ohne Umsteigen von Regensburg aus zum Flughafen München: Mit dem Start des Flughafenexpress’ ÜFEX zum Fahrplanwechsel am Sonntag wird dieser lange gehegte Wunsch Wirklichkeit. Dementsprechen glücklich zeigten sich die Vertreter aus Kommunal-, Landes- und Bundespolitik bei der Jungfernfahrt des neuen Zuges am Donnerstag. „Das ist ein wichtiger und großer Tag für die Region Ostbayern und die Stadt Regensburg“, sagte Dieter Daminger. Der Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent nahm in Vertretung von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer an der Fahrt teil und erhofft sich von dem neuen Angebot eine Entlastung der Straßen. Regierungspräsident Axel Bartelt sprach gar von einem „historischen Tag“. In der Region habe man lange auf eine Flughafenanbindung gewartet. Dass die Fahrgäste das Ziel nun bis zu 30 Minuten schneller erreichen könnten und nicht mehr samt Gepäck in Freising in den Bus umsteigen müssten, sei ein „Quantensprung“.

MdL Sylvia Stierstorfer, Minister Florian Herrmann, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bahn-Vorstand Roland Pofalla, der bayerischer Verkehrsminister Hans Reichhart und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (v.l.) posieren in Freising neben dem neuen Flughafenexpress für die Fotografen. Foto: Knobloch
MdL Sylvia Stierstorfer, Minister Florian Herrmann, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Bahn-Vorstand Roland Pofalla, der bayerischer Verkehrsminister Hans Reichhart und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (v.l.) posieren in Freising neben dem neuen Flughafenexpress für die Fotografen. Foto: Knobloch

Als Express war der Zug zumindest bei seiner Jungfernfahrt allerdings nicht unterwegs. Nach einem Fotostopp in Freising und einem weiteren Halt auf der Neufahrner Kurve, bei dem den Fahrgästen das Bauwerk erläutert wurde, erreichte der ÜFEX nach gut zwei Stunden den Flughafen. Das geplante Feuerwerk entlang der Gleise an der Neufahrner Kurve zündete bei nasskaltem Wetter nicht – statt imposanter Fontänen gab es nur etwas Rauch und ein paar Funken. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer nahm es mit Humor. Er sprach trotzdem von einer „Initialzündung“ und kündigte weitere Investitionen in die Schiene an. Der Bund wolle Mobilität sauberer, moderner und effizienter gestalten, so Scheuer. Von den Gesamtkosten in Höhe von rund 91 Millionen Euro für die Neufahrner Kurve trage der Bund mit rund 46 Millionen Euro die Hälfte.

Tor zum ostbayerischen Raum

Auch Ronald Pofalla, im Bahn-Vorstand für Infrastruktur zuständig, wartete mit Zahlen auf. Die Neufahrner Kurve sei zwar „nur“ 2,3 Kilometer lang – „doch dieses relativ kurze Stück Gleis reicht aus, um eine wichtige Verbindung herzustellen“. Die im Verhältnis zur Streckenlänge hohen Kosten erklärte Pofalla mit baulichen Herausforderungen wie dem hohen Grundwasserspiegel vor Ort. Um den benötigten Platz zu schaffen, musste zudem eine Gemeindeverbindungsstraße verlegt werden und die Bahntrasse führt auf einer 184 Meter langen Stahlbrücke über die sechsspurige Autobahn A 92.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer äußert sich zur Bedeutung der neuen Verbindung für die Region.

Dennoch sei man im Zeit- und Kostenrahmen geblieben, betonte Pofalla. Auch die weiteren Festredner hoben diesen Punkt besonders hervor. Bayerns neuer Verkehrsminister Hans Reichhart konnte sich in diesem Zusammenhang einen Seitenhieb auf die Bundeshauptstadt nicht verkneifen: „Wir können in Bayern pünktlich und im Kostenrahmen bauen. Das ist eine Botschaft, die man auch mit nach Berlin nehmen kann“. Neben dem Projektleiter und seinem Team dankte Reichhart explizit auch allen Bauarbeitern, die in der Hitze dieses Sommers auf der Baustelle geschwitzt hatten.

Neue Verbindung

  • Fahrplan:

    Ab dem 9. Dezember verkehrt der Flughafenexpress ÜFEX im Stundentakt zwischen Regensburg und dem Münchner Flughafen. Früheste Abfahrt in Regensburg ist 3.18 Uhr, die späteste 22.14 Uhr. Ab München geht es um 5.28 Uhr Richtung Oberpfalz, die späteste Abfahrt ist um 0.28 Uhr.

  • Bauprojekt:

    Die Strecke führt über die 2,3 Kilometer lange Neufahrner Kurve. Die Bauzeit betrug vier Jahre, die Kosten lagen bei rund 91 Millionen Euro. 36 Signale und acht Weichen regeln die Einfädelungen in die bestehenden Strecken.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner kennt das Projekt Neufahrner Kurve noch aus ihrer Zeit als Wirtschafts- und Verkehrsministerin. Ihr sei wichtig gewesen, dass der Flughafen nicht nur aus der Luft, sondern auch auf dem Boden gut erschlossen sei. Mit der neuen Verbindung werde das Tor zum ostbayerischen Raum weit aufgemacht. Neben den Touristen würden auch Pendler nun besser zum Flughafen kommen – und dieser sei schließlich einer der größten Arbeitgeber in der Region.

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Ostbayern und insbesondere Regensburg würden von der neuen Verbindung profitieren, sagt der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart.

Landkreis-Gemeinden profitieren

Für Dieter Daminger ist der Weg zum Flughafen nur die eine Seite. Durch die neue Verbindung könne umgekehrt auch Regensburg besser erreicht werden, wovon Tourismus und Wirtschaft profitieren würden. „Wenn wir künftig beispielsweise Besuch von einer Delegation aus unserer chinesischen Partnerstadt Qingdao bekommen, kann diese jetzt ganz bequem mit dem Zug nach Regensburg weiterreisen.“

Voll des Lobes für die neue Strecke sind auch die Bürgermeister, deren Gemeinden Haltepunkte des ÜFEX sind. „Das bringt erhebliche Verbesserungen für uns“, sagt Bernhard Bausenwein, der Bürgermeister von Hagelstadt. Das Angebot werde sicher rege genutzt werden, ist er überzeugt – nicht nur von den Einwohnern seiner Gemeinde, sondern auch von Bürgern aus Thalmassing oder Pfakofen. „Die sind bisher oft nach Eggmühl gefahren, um von dort aus den Zug zu nehmen“, so Bausenwein. Die Gemeinde wolle nun mehr Park-and-Ride-Parkplätze bereitstellen.

Verkehr

Flughafenzug und Regionalbahn zugleich

Ab Dezember fährt der überregionale Flughafenexpress direkt von Regensburg zum Airport. Doch der ist langsamer als geplant.

Auch die Gemeinde Obertraubling plant 39 zusätzliche Stellplätze für Pendler, sagt Bürgermeister Rudolf Graß. Ein Manko an der neuen Verbindung sei, dass in der Hauptverkehrszeit am Morgen ein Nahverkehrszug Richtung Regensburg wegfällt. „Das hat uns schon wehgetan“, sagt Graß. Die positiven Aspekte würden aber überwiegen. Wenn durch die neue Verbindung die Zustiegszahlen steigen, würde sich für die Bahn auch der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs lohnen, hofft Graß. Die Gemeinde plant aktuell, zumindest das Bahnhofsumfeld barrierefrei zu gestalten und so aufzuwerten.

Die erste Fahrt mit dem neuen Flughafenexpress

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