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Füracker: Wer kann‘s besser als die CSU?

Der Oberpfälzer CSU-Chef verspricht Wahlkampf statt Wahlschlaf. Im Kreuz-Streit wünscht er sich Rückhalt von den Kirchen.
Von Christine Schröpf

CSU-Spitzenkandidaten: Albert Füracker (M.) führt die Landtagsliste an, Franz Löffler (r.)die Bezirkstagsliste. Foto: Brückmann
CSU-Spitzenkandidaten: Albert Füracker (M.) führt die Landtagsliste an, Franz Löffler (r.)die Bezirkstagsliste. Foto: Brückmann

Kastl.Schokoladenherzen mit dem Mutmachspruch „Don’t worry, be happy“ liegen am Samstag bei der Oberpfälzer CSU-Wahlkreiskonferenz für alle Kandidaten bereit, die im Herbst für den Landtag oder den Bezirkstag antreten. Der bayerische Finanzminister und Oberpfälzer CSU-Chef und Albert Füracker, der in Kastl zum Spitzenkandidaten für die Landtagsliste gekürt wird, versprüht zudem Kampfgeist – und das, obwohl seine Partei in Umfragen mit 44 Prozent weiter deutlich hinter dem Ergebnis vor fünf Jahren liegt, im aktuellen Kreuz-Streit auf scharfen Gegenwind trifft und derzeit auch in der Oberpfalz tausende Menschen gegen das neue Polizeiaufgabengesetz der CSU auf die Straße gehen. Es heiße Wahlkampf und nicht Wahlschlaf, sagt Füracker. Im Kreuzstreit gibt er Kontra: „Man kann zur Debatte stehen, wie man will. Aber ich hätte von der Kirche schon erwartet, dass man sich – bevor man alles theologisch seziert – freut, dass in Bayern wieder Kreuze aufgehängt werden.“ Beim Polizeiaufgabengesetz versucht er, zu beruhigen. Es werde Nachjustierungen geben. Ziel sei nicht der Eingriff in Bürgerrechte, sondern bessere Instrumentarien zum Eindämmen von Kriminalität.

Die Landtagskandidaten der CSU Oberpfalz mit CSU-Bezirkschef Albert Füracker. Foto: Brückmann
Die Landtagskandidaten der CSU Oberpfalz mit CSU-Bezirkschef Albert Füracker. Foto: Brückmann

Ausführlich verweist Füracker am Samstag auf das, was die CSU der Oberpfalz in den vergangenen Jahren gebracht habe, vom flächendeckenden Breitbandausbau bis zu neuen Arbeitsplätzen durch Behördenverlagerungen und Finanzhilfen für die Kommunen. Politischen Mitbewerbern stellt er die Frage, was sie für die Region hätten mehr bewirken können. Es fehle der Beweis, „dass andere politische Kräfte bessere Ideen gehabt hätten“. Der Bezirkstagspräsident und Chamer Landrat Franz Löffler, der beim CSU-Termin zum Spitzenkandidaten für die Bezirkstagswahl bestimmt wird, sieht das genauso. Er setzt darauf, dass der neue Ministerpräsident Markus Söder bayernweit Sogwirkung entfaltet. Sein Regierungsprogramm komme bei den Wählern gut an – etwa das geplante bayerische Baukindergeld plus. „Bei mir im Wahlkreis fragen die Leute schon danach“, sagt Löffler.

Bezirkstagspräsident Fran Löffler (6.v.r.) zieht mit einem großen Team in den Bezirkstags-Wahlkampf. Foto: Brückmann
Bezirkstagspräsident Fran Löffler (6.v.r.) zieht mit einem großen Team in den Bezirkstags-Wahlkampf. Foto: Brückmann

Löffler hat im Herbst für die CSU die aktuell acht Sitze im Bezirkstag zu sichern. Fürackers Job wird wohl härter. Im Landtag geht es für die CSU Oberpfalz um derzeit neun Mandate – die Plätze für die acht direkt gewählten Abgeordneten sind dabei am wenigsten im Feuer, wohl aber das einzige Listenmandat, das sich 2013 bei einem 49,9 Prozent-Ergebnis für die CSU im Bezirk die bisherige Sozialministerin Emilia Müller geholt hatte. Müller tritt im Herbst nicht mehr an. Bei einem nur 44-Prozent-Ergebnis im Herbst für die CSU könnte auch ihr Mandat weg sein.

Die Kandidaten

  • Direktkandidaten Landtag

    Für den Landtag sind bei der CSU-Oberpfalz acht Direktkandidaten am Start: Albert Füracker (Neumarkt), Franz Rieger (Regensburg), Sylvia Stierstorfer (Regensburg-Land), Gerhard Hopp (Cham), Alexander Flierl (Schwandorf), Tobias Reiß (Tirschenreuth), Harald Schwartz (Amberg-Sulzbach) und Stephan Oetzinger (Weiden).

  • Direktkandidaten Bezirkstag

    Für den Bezirkstag treten folgende acht Direktkandidaten an: Franz Löffler (Cham), Lothar Höher (Weiden), Toni Dutz (Tirschenreuth), Heidi Rackl (Neumarkt), Thomas Ebeling (Schwandorf), Johann Renter (Regensburg-Stadt), Thomas Gabler (Regensburg-Land) und Martin Preuß (Amberg-Sulzbach).

  • Top-Plätze auf Liste

    Die Top 3 auf der Oberpfälzer CSU-Liste: Für den Landtag – Albert Füracker, Rita Blümel (Regensburg) und Thomas Bärthlein (Amberg). Für den Bezirkstag: Franz Löffler, Lothar Höher (Weiden) und Bernadette Dechant (Regensburg).

Die Riege der Listenkandidaten, die bei der Wahlkreiskonferenz nominiert wird, hat deshalb äußerst vage Aussichten auf einen Einzug in den Landtag – abgesehen von Füracker, der parallel als Direktkandidat in Neumarkt gesetzt ist. Der Oberpfälzer CSU-Chef gibt die Liste allerdings nicht verloren. Behält er Recht, könnte die Oberpfälzer Bezirksbäuerin Rita Blümel zum Zug kommen, die auf Platz 2 rangiert. Wobei bei der Landtagswahl die Regel gilt, dass Wähler die Reihenfolge auch verändern könnten.

Bezirksbäuerin Rita Blümel kandidiert auf der CSU-Liste für den Landtag. Foto: Brückmann
Bezirksbäuerin Rita Blümel kandidiert auf der CSU-Liste für den Landtag. Foto: Brückmann

Manko bleibt der Frauenanteil unter den Bewerbern. Füracker kann das nicht wegdiskutieren. Bei den Listenkandidaturen, auf die er als CSU-Chef Einfluss hatte, sind sie vergleichsweise gut repräsentiert – die Bürgermeisterin von Maxhütte-Haidhof, Susanne Plank, die Ambitionen auf den Landtag hatte, fehlt allerdings trotzdem. Wegen der innerparteilichen Machtverhältnisse im Kreisverband Schwandorf hatte sie von dort kein Votum erhalten. Rar gesät sind Frauen unter den Direktkandidaten. Heidi Rackl aus Neumarkt war es geglückt, sich im Kampf um eine Nominierung für den Bezirkstag durchzusetzen. „Ich bin sehr stolz darauf“, sagt sie am Samstag.

Der Oberpfälzer CSU-Chef und Finanzminister Albert Füracker hatte diese Woche erstmals als Hausherr beim Maibock-Anstich im staatlichen Hofbräuhaus seinen Auftritt. Details dazu lesen Sie hier!

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