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Regensburg

Fürst Albert von Thurn und Taxis verklagt

60.000 Euro sind ihm zu wenig: Für einen Stadthallenentwurf will der Münchner Professor Stephan Braunfels drei Millionen.
Von Marion v. Boeselager, MZ

Fürstin Gloria und der Beklagte, ihr Sohn Fürst Albert von Thurn und Taxis

Regensburg.. Der Münchner Stararchitekt Prof. Stephan Braunfels hat Fürst Albert von Thurn und Taxis auf drei Millionen Euro verklagt. Bei der 2004 von der Stadt Regensburg beschlossenen Ausschreibung eines Architekten- und Investorenwettbewerbs zur Errichtung eines Kultur- und Kongresszentrums hatte sich das Fürstliche Haus zusammen mit dem renommierten Architekten für den Standort Schloss Emmeram beworben. Für mehrere Entwürfe erhielt der Gestalter der Münchner Pinakothek der Moderne vom Fürstenhaus bisher 60.000 Euro — nach seiner Meinung viel zu wenig. Er verlangt einen Betrag, der zwei Nullen mehr aufweist. Vor dem Landgericht Regensburg traf der Kläger aus der Landeshauptstadt gestern auf Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die in den Zeugenstand gebeten wurde.

Wurde gar kein Auftrag erteilt?

„Unseres Erachtens wurde kein Auftrag erteilt“, formulierte Rechtsanwalt Dr. Rauch den Standpunkt des Fürstlichen Hauses. „Beide Parteien waren im Team, um einen Wettbewerb zu gewinnen. Eine Vergütung des Klägers über das, was er schon bekommen hat, hinaus, scheidet aus Rechtsgründen aus.“

Im grünkarierten Kurzmantel erzählte Fürstin Gloria, nachdem sie ordnungsgemäß ihren Personalien angegeben hatte, es sei ihr Vorschlag gewesen, Prof. Braunfels bei der Bewerbung einzubeziehen, „da er über entsprechende Erfahrungen verfügte.“ Klaus Kirchberger, Generalbevollmächtigter des Hauses T&T, habe in Sachen RKK mit mehreren Architekten zusammen gearbeitet. Über konkrete Vereinbarungen mit Braunfels sei sie nicht informiert worden. Sie habe Kirchberger keinerlei Vorgaben gemacht.

Fürstin Gloria sagt aus

„Der entscheidende Aspekt bestand darin“, so die Fürstin, „die Stadt davon zu überzeugen, dass der Schlosspark für das Projekt am besten geeignet war.“ Beim Plan, abhängig vom RKK dort ein Luxushotel zu errichten, habe man sich nicht festgelegt. „Aus wirtschaftlichen Gründen“, so die Mutter des Beklagten, „fand sich auch keiner der Beteiligten bereit, die damit verbundenen Risiken zu übernehmen.“

„Die Tatsache, dass Prof. Braunfels auf den Rat der Fürstin von Thurn und Taxis hin eingeschaltet wurde“, sagte der Anwalt des Klägers, „spricht schon dafür, dass ein Vertragsverhältnis bestanden hat.“ Auch gebe es ein Schreiben des Architekten an das Fürstliche Haus , in dem er sich auf ein Telefonat bezieht, zu erbringende Leistungen nennt und die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure anspricht. Es wurde aber nicht gegengezeichnet. Die gerichtliche Entscheidung soll am 6. Mai verkündet werden.

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