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Kultur

Gabi Röhrls Pilgerfilm läuft und läuft

50 000 begeisterte Zuschauer und kein Ende: Die Filmemacherin aus Niederumelsdorf trifft mit ihrem Kino-Erstling ins Herz.
Von Marianne Sperb

Gabi Röhrl bei der Uraufführung, mit den Musikproduzenten Marco Köstler und Martin Sennebogen (von links), rechts: Cutter Florian Zimmermann Foto: Florian Just
Gabi Röhrl bei der Uraufführung, mit den Musikproduzenten Marco Köstler und Martin Sennebogen (von links), rechts: Cutter Florian Zimmermann Foto: Florian Just

Regensburg.Gabi Röhrl landet mit ihrem Kinofilm einen Dauererfolg. „Nur die Füße tun mir leid“, ihre berührende Dokumentation über den Jakobsweg, marschiert stramm auf die Marke von 50 000 Zuschauern zu. Am Sonntag legt die Regisseurin aus Niederbayern einen Zwischenstopp in Regensburg ein.

Gabi Röhrl hat sich 900 Kilometer über steinige Wege bergauf und bergab gekämpft, bei sengender Hitze, reißendem Wind und Wolkenbrüchen, bis zum Kap Finisterre, dem Ende der Welt. Im Roxy-Kino Abensberg endete dieser Weg im November 2019 auf dem roten Teppich. Über dem Lichtspielhaus glitzerte bei der Uraufführung zarter Oscar-Glamour. Der Abend markierte auch den Anfang einer außergewöhnlichen Cinema-Story.

Premiere

Gabi Röhrls Pilgerweg im Kino

Die Regisseurin erzählt von körperlichen Strapazen und innerem Glück auf dem Jakobsweg – ein buchstäblich bewegender Film.

Der Film über die Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela zeigt nun die Marathon-Qualitäten seiner Macherin. Die Zuschauer können nicht genug bekommen von der Produktion. Ehrlich und uneitel, in starken Bildern und begleitet von berauschender Musik, schildert Gabi Röhrl die Erfahrung vollkommenen Freiseins. Sie trifft ihr Publikum ins Herz.

„Toller Film. Absolut sehenswert.“ „Wunderschön.“ „DANKE!“: So und ähnlich reagieren Zuschauer. „Seit langem hat mich nichts mehr so bewegt wie diese Dokumentation. Ich konnte nichts gegen die Tränen machen, die einfach so liefen. Und nun weiß ich genau: Etwas ruft mich und ich werde ihn gehen!“, schreibt eine Frau auf Facebook, mit „ganz lieben Grüßen aus Bergisch Gladbach“.

Menschen

Gabi Röhrl: Die bewegte Frau

Die frühere Wirtin in Weltenburg, ist vom Jakobsweg zurück: ihr fünfter! Diesmal brachte sie einen speziellen Schatz mit.

Gabi Röhrl freut sich - und rätselt, warum der Norden als kühl gilt: „So viele Menschen meinten im Vorfeld, der Film wird in Süddeutschland funktionieren, aber im Norden wirst Du es schwer haben. Von wegen!“ Die Pilgerin, Tiefwurzlerin aus der Holledau und lange Zeit Wirtin der Klosterschenke Weltenburg, hat auf ihrer Deutschland-Tour Freunde gewonnen. Ein Friseur in Kiel zum Beispiel wurde nicht müde, den Kunden in seinem Salon von dem Projekt zu erzählen. Die Mundpropaganda wirkte im weiten Umkreis. Kinosäle quer durch die Republik waren ausgebucht. „Manche hätten wir locker doppelt und dreifach füllen können.“

Die Doku im Kino

  • Beschreibung:

    Nicht sie selbst, sondern der Jakobsweg ist ihr Hauptakteur, sagt Gabi Röhrl. 2017 und 2018 ging sie den Camino für den Film ganz. Jeweils vom französischen St. Jean Pied de Port bis Santiago de Compostela bzw. weiter bis zum Kap Finisterre. 2019 ging es noch einmal vor Ort für Restdreharbeiten und das Einholen fehlender Genehmigungen.

  • Material:

    Acht Terabyte Material brachte Gabi Röhrl mit. Das sind 8000 Gigabyte. Täglich hieß es abends das ganze Material doppelt abzuspeichern, Speicherkarte neu formatieren und alles neu laden. Täglich war sie fürs Pilgern und Filmen acht bis zwölf Stunden unterwegs. Die Arbeit am Abend kostete so an die zwei Stunden.

  • Vorstellungen:

    Am Sonntag (16. Februar, 11 Uhr) ist „Nur die Füße tun mir leid“ nochmals im Regina-Kino in Regensburg zu sehen. Vorstellungstermine und Infos zur Kinotour finden sich auch auf der Webseite von Gabi Röhrl: www.nur-die-fuesse-tun-mir-leid.de

„Nur die Füße tun mir leid“ läuft und läuft und läuft. Kein Ende in Sicht: Mitte März startet Gabi Röhrl zu ihrer zweiten Tour in den Norden, das Jahr 2020 wird mit Terminen und Vorführungen gefüllt sein. „Jede Woche kommen neue Kinos im Kalender dazu.“ Dann geht es Richtung Österreich und Schweiz. Anfragen aus dem Ausland trudeln kontinuierlich ein, Kopenhagen steht auf der Liste.

Unterwegs auf steinigen Wegen, hier bei Los Arcos: Eine Szene aus der Dokumentation von Gabi Röhrl über den Jakobsweg Foto: Gabi Röhrl
Unterwegs auf steinigen Wegen, hier bei Los Arcos: Eine Szene aus der Dokumentation von Gabi Röhrl über den Jakobsweg Foto: Gabi Röhrl

„Die Tour fordert mich“, gibt „die bewegte Frau“ aus Niederumelsdorf zu. Hilft nix: Beim Zwischenstopp in der Heimat ist ein Termin Herzenssache. Am 16. Februar (11 Uhr) kommt die Regisseurin noch einmal ins Regensburger Regina-Kino, das bisher den Besucherrekord hält. Bei der Vorführung am Sonntag wird der Pilgerfilm die Marke 3000 voll machen. Da können sich sogar oscarreife Produktionen anstrengen.

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