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Gefährliche Ebbe in bayerischen Flüssen

Der Wasserstand auf der Donau ist durch die Hitze erschreckend niedrig. Ende der Woche könnte der Schiffsverkehr kollabieren.

Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat Folgen für die Binnenschifffahrt. Wenn es nicht bald regnet, können keine Schiffe mehr auf der Donau fahren. Foto: Armin Weigel/dpa
Die anhaltende Trockenheit in Deutschland hat Folgen für die Binnenschifffahrt. Wenn es nicht bald regnet, können keine Schiffe mehr auf der Donau fahren. Foto: Armin Weigel/dpa

Regensburg.Nach tagelanger Dauerhitze zeigt der Sommer zunehmend seine Schattenseiten: Der Wasserstand etlicher Gewässer ist so niedrig, dass die Schifffahrt eingeschränkt ist. Das Niedrigwasser auf der Donau ist weiter ein Problem in Bayern. Zwar halten Zuflüsse wie die Naab oder der Regen die Donau gerade noch buchstäblich über Wasser, aber auch das wird nicht mehr lange gut gehen.

Zwischen Straubing und Vilshofen können Schiffer bereits seit letzter Woche nicht mehr so viel Ladung wie unter normalen Wetterbedingungen transportieren. Die Ausflugsschiffe in Kelheim können wegen des niedrigen Wasserstandes schon seit Wochen nicht mehr am Kloster Weltenburg anlegen – eine Kiesbank verhindert das.

Das Weltenburger Kloster kann mittlerweile nicht mehr angefahren werden, weil es zu seicht ist. Foto: Bachmeier-Fausten
Das Weltenburger Kloster kann mittlerweile nicht mehr angefahren werden, weil es zu seicht ist. Foto: Bachmeier-Fausten

Bereits jetzt haben Binnenschiffer in einzelnen Regionen erhöhte Personal- und Treibstoffkosten, weil sie mehr Schiffe in Fahrt bringen müssen. Zwar sind niedrigere Pegelstände im Sommer üblich – dieses Jahr ist die Lage aber besonders schlimm. Auf Teilen der Donau betragen die Wasserstände mittlerweile nur noch zwischen 1,50 und 1,60 Meter, wie Paul Marcus Schäfer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Regensburg erklärt. Das ist rund ein Meter weniger als sonst.

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Die Hoffnung ist nun, dass es in den kommenden Tagen örtlich regnet und wieder Wasser in die Donau fließt. Wenn nicht, wird es kritisch: Bei einem Wasserstand von 1,40 Meter komme die Schifffahrt praktisch zum Erliegen, sagte Schäfer.

Eine Abkühlung wünschen sich auch die Fische. Die Teiche und Flüsse in der Region sind überdurchschnittlich warm. Michael Hopfner, Gewässerökologe vom Wasserwirtschaftsamt Landshut, hält die Lage für kritisch: „Wenn es nicht bald ergiebig regnet, kann es zu einem Fischsterben kommen.“ Die Donau habe neue Temperaturhöchststände erreicht und auch viele Fischzüchter kämpfen bereits mit toten Tieren in ihren Teichen.

Der Wetterbericht für die nächsten Tage lässt allerdings hoffen: In weiten Teilen Bayerns soll es noch vor dem Wochenende zu Gewittern mit Regenfällen kommen.

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