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Geschichte

Gegen das Vergessen: Gedenkorte von KZ-Außenlager eröffnet

Tausende KZ-Häftlinge wurden noch im letzten Kriegsjahr in die Gegend von Mühldorf am Inn verschleppt - für Bauarbeiten an einem gigantischen Bunker für Hitlers Rüstungsindustrie. Sie hausten in Erdhütten, Tausende starben. Nun erinnert eine Gedenkstätte an den zweitgrößten Außenlagerkomplex des Konzentrationslagers Dachau. Am Freitag übergaben Kultusminister Bernd Sibler (CSU) und der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, die Gedenkorte „Waldlager“ und „Massengrab“ unweit von Waldkraiburg der Öffentlichkeit.

Waldkraiburg.„„Nie wieder“ muss für uns mehr als selbstverständlich sein“, sagte Sibler. Die historischen Orten würden bedeutender, wenn keine Zeitzeugen mehr lebten: „Dann wird es wichtiger denn je sein, über das damalige Geschehen zu informieren und an die Opfer zu erinnern.“

An dem Festakt nahmen auch Lager-Überlebende und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, teil. „Es ist an jedem Einzelnen, Antisemitismus und andere Formen der Menschenverachtung in allen Formen zu benennen, zu ächten und zu bekämpfen“, sagte Knobloch. „Das ist gerade heute, da es in gewissen Kreisen en vogue geworden ist, lauthals unsere Geschichte zu relativieren oder umzudeuten von elementarer Bedeutung.“

Das Außenlager entstand im Sommer 1944. Tausende Zwangsarbeiter wurden hierher verschleppt, darunter 8300 KZ-Häftlinge. Bis April 1945 kam fast die Hälfte der meist jüdischen Häftlinge ums Leben.

Mehr als 2200 Tote wurden verscharrt - an sie erinnert der Gedenkort „Massengrab“. Nach Kriegsende wurden sie auf Friedhöfen in der Umgebung beigesetzt. Im „Waldlager“ waren mehr als 2000 Häftlinge in Erdhütten untergebracht. Geplant ist noch ein dritter Gedenkort an dem ehemaligen Bunker.

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