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Gewalt gegen Polizeibeamte rückläufig

Im Bereich der Oberpfalz scheinen die eingeführten Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz der Beamten zu greifen.

Die Gewalt gegen Polizeibeamte in der Oberpfalz nimmt ab.
Die Gewalt gegen Polizeibeamte in der Oberpfalz nimmt ab. Foto: Sven Hoppe/picture alliance / Sven Hoppe/dp

Regensburg.Nachdem in Bayern die Zahl an Gewalt gegen Polizeibeamte zuletzt gestiegen ist, zeigt sich in der Oberpfalz nach Angaben des Polizeipräsidiums eine entgegengesetzte Entwicklung.

„Wir haben mit ausrüstungs-, fortbildungstechnischen aber auch einsatztaktischen Maßnahmen dafür gesorgt, dass die Beamtinnen und Beamten in der Oberpfalz bestmöglich im Einsatz vor Gewalt anderer geschützt sind. Dass die Zahlen der Angriffe gegenüber der Polizei gesunken sind, freut uns einerseits. Andererseits ist jede Widerstandshandlung eine zu viel“, teilt Polizeipräsident Norbert Zink in einer Presseerklärung mit. Waren es im Jahr 2018 noch 647 Taten, bei denen Angriffe gegenüber Polizeibeamte erfolgten, so seien es 2019 54 Fälle weniger. Demnach kam es 593 Mal zu einer Anzeige wegen Widerstands oder tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte. Im bayernweiten Trend sind Oberpfälzer Polizisten damit am wenigsten Gewalt anderer ausgesetzt.

Regional verteilten sich die Vorfälle in der Oberpfalz wie folgt: Stadt Amberg: 63 (2018), 67 (2019); Stadt Regensburg; 179, 173; Stadt Weiden: 58, 61; Lkr. Amberg-Sulzbach: 29, 29; Lkr. Cham: 87, 53; Lkr. Neumarkt i.d.OPf.: 40, 28; Lkr. Neustadt a.d.WN: 51, 28; Lkr. Regensburg: 37, 50; Lkr. Schwandorf: 87, 83; Lkr. Tirschenreuth:16, 21.

Beleidigungen, Schlagen oder Treten

Die meisten Tathandlungen seien Beleidigungen, Schlagen oder Treten gewesen. Den Angaben des Polizeipräsidiums zufolge wurden in der Oberpfalz 2019 insgesamt 1431 Beamte Opfer von gewaltsamen Übergriffen. Dabei seien zwei von ihnen schwer verletzt worden. Besonders besorgniserregend sei ein Fall aus dem Frühjahr 2020 aus dem Bereich Weiden gewesen, bei dem ein 23-jähriger Fahrzeugführer sogar in Kauf genommen hatte, einen Polizisten zu überfahren.

Damals wurde ein Mann mit seinem Pkw von einer uniformierten Streife der Polizeiinspektion Neustadt a. d. Waldnaab in der Ortschaft Boxdorf routinemäßig angehalten. Die Beamten wollten den Verkehrsteilnehmer zu einem Verstoß gegen die damals bestehenden Ausgangsbeschränkungen nach dem Infektionsschutzgesetz befragen und stellten bei der Kontrolle des Verkehrsteilnehmers Anzeichen für einen vorangegangenen Drogenkonsum fest. Als sich einer der beiden Polizeibeamten auf der Fahrerseite in das Fahrzeuginnere beugte, gab der Verkehrsteilnehmer unvermittelt Vollgas und drohte an den nächsten Baum fahren zu wollen.

80 Meter auf der Straße mitgeschleift

Der Polizeibeamte wurde bei offener Fahrertüre, halb im Fahrzeuginneren hängend, etwa 80 Meter auf der Straße mitgeschleift, ehe er sich in höchster Not und um schwerwiegendere Folgen zu vermeiden aus dem Fahrzeug fallen ließ. Er kam verletzt im Straßengraben zum Liegen. Deutliche Abschürfungen im Gesicht und Prellungen am ganzen Körper waren für ihn die Folge.

Der Beschuldigte nutzte die Gelegenheit zur Flucht, ließ sich aber Stunden später widerstandslos festnehmen. Vom Amtsgericht Weiden wurde er dafür unter anderem zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, verurteilt.

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