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Landtagswahlkampf

Grüne präsentieren sich angriffslustig

Spitzenduo Schulze und Hartmann stellt sich im Regensburger Presseclub vor. Ihr Ziel: zweitstärkste Kraft in Bayern werden.
Von Curd Wunderlich

Das grüne Spitzenduo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann stellte sich den Fragen im Presseclub. Foto: Wunderlich
Das grüne Spitzenduo Katharina Schulze und Ludwig Hartmann stellte sich den Fragen im Presseclub. Foto: Wunderlich

Regensburg.Das neue grüne Spitzenduo für die bayerische Landtagswahl am 14. Oktober ist heiß auf den Wahlkampf. Und nicht nur das: Nach der Wahl wollen Katharina Schulze und Ludwig Hartmann am liebsten auch „Verantwortung übernehmen“, sprich: mitregieren. Dass der designierte Ministerpräsident Markus Söder für seine CSU kürzlich eine Koalition mit den Grünen in München ausgeschlossen hatte, tat Hartmann am Donnerstagabend im Regensburger Presseclub als Wahlkampfmanöver ab. Im Presseclub stellten er und Schulze sich den Fragen von Christine Schröpf, der leitenden Redakteurin für die Landespolitik bei der Mittelbayerischen Zeitung.

Die beiden Spitzenkandidaten präsentierten sich in Regensburg gut gelaunt aber auch angriffslustig. Zweitstärkste Kraft wollen sie am liebsten nach der Wahl im Maximilianeum sein und damit die SPD ablösen. Im aktuellsten Bayerntrend von Anfang Januar trennten die Grünen mit 14 Prozent noch zwei Prozentpunkte von den Sozialdemokraten (16 Prozent). Notfalls täte es auch schon ein zweistelliges Ergebnis, meinte Schulze deshalb. Es wäre der Premierensprung ihrer Partei über die 10 Prozent, seit diese 1978 erstmals bei einer Landtagswahl in Bayern angetreten war.

Gesetz statt Freiwilligkeit

Inhaltlich blickten Schulze und Hartmann sowohl zurück als auch in die Zukunft. Bayernweit bekannt wurden beide vor Jahren mit größeren „Verhinderungskampagnen“: Bei Hartmann war es vor allem die Initiative „NOlympia“, mit der verhindert wurde, dass die heurigen Winterspiele in München statt in Pyeongchang stattfinden hätten können. Schulze engagiert sich seit 2011 verstärkt gegen eine dritte Startbahn am Münchener Flughafen und sorgte mit dafür, dass eine Mehrheit in München diese bei einem Bürgerentscheid 2012 ablehnte.

Auf Landesebene wollen die Grünen nun erneut mit Beteiligung der Bevölkerung ein Ziel durchsetzen: Sie hat ein Volksbegehren gestartet, um den Flächenverbrauch von derzeit zehn bis 13 Hektar pro Tag auf fünf Hektar herunterzuschrauben. Das Problem bestehe und da seien sich auch viele einig, meinte Hartmann, aber: „Wir versuchen seit 2003 den Flächenverbrauch auf freiwilliger Basis zu reduzieren – erfolglos.“ Er sei generell ein „Freund von Freiwilligkeit“; wenn die aber zu nichts führe, müsse der Gesetzgeber ran.

Spitzenduo kennt sich schon lang

Launig erzählte das grüne Spitzenduo auch von seinem persönlichen Weg in die Politik. Die Wege hätten sich schon früh gekreuzt, bei der Grünen Jugend. Intensiv zusammen arbeiteten Schulze und Hartmann erstmals bei der „NOlympia“-Initiative. Dabei mussten sie sich gegen den damaligen Bundesvorstand der Partei durchsetzen, was bei einigen in Berlin zunächst gar nicht gut ankam. Intensive parteiinterne Auseinandersetzungen seien aber wichtig, meinte Hartmann. Dazu stehe er auch heute noch, während er selbst an der Spitze agiert. Dass er deswegen nicht überall beliebt sei, könne er verkraften. „Everybody‘s darling is everybody‘s Depp“, warf Schulze spitzbübisch ein.

Bei aller Redseligkeit – eins wollten die Spitzenkandidaten der Grünen nicht verraten: Welche Ministerämter sie anstreben, sollte es zur Regierungsbeteiligung in München kommen.

Eine Analyse unserer Landtagskorrespondentin Christine Schröpf zu den Grünen-Spitzenkandidaten lesen Sie hier.

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