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Polizei

Grusel-Clown greift zwei Frauen an

Der Mann hatte einen Schlagstock. Eier auf Busse, Horrorgestalten mit Motorsägen: 60 Notrufe gingen in der Oberpfalz ein.

Gruselclowns sorgten an Halloween für Angst und Schrecken.
Gruselclowns sorgten an Halloween für Angst und Schrecken. Foto: dpa

Regensburg.Ein Horror-Clown ist am Halloween-Abend in Unterfranken mit einem Schlagstock auf zwei Frauen losgegangen. Nach Angaben der Polizei vom Dienstag stürzte eine der Frauen bei dem Angriff und verletzte sich leicht. Die Polizei konnte den 29-Jährigen kurze Zeit später in Kitzingen festnehmen. Der Mann gab bei der Vernehmung an, bei der Tat habe es sich nur um einen Spaß gehandelt. Der Polizei in Unterfranken wurden in der Nacht noch weitere Horror-Clowns gemeldet, deren Auftreten aber weniger Schaden anrichtete.

In München wurde es dagegen lebensgefährlich: Mit einem Messer hat ein Horror-Clown in der Nacht einen 20-jährigen Mann attackiert. Der Unbekannte sprang unvermittelt aus dem Gebüsch eines Parks und ging auf eine Gruppe von vier Personen los, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Er zielte mit dem Messer auf den Kopf des Opfers und fügte ihm eine Schnittverletzung über dem Auge zu. Zunächst fehlte von dem Täter jede Spur.

Vater schlägt Maskierten in die Flucht

Bewaffnet mit einer Deospraydose und einem Feuerzeug hat ein Horror-Clown in Altötting einen Mann und vier Kinder attackiert. Die Gruselgestalt entzündete das austretende Gas und ging mit der Flamme auf die Gruppe zu, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Der Vater stellte sich schützend vor seinen Sohn und die drei Nachbarskinder, schließlich konnte er dem Clown die Spraydose aus der Hand treten. Der Unbekannte flüchtete. Verletzt wurde niemand. Die Gruppe war am Abend von Halloween unterwegs gewesen, um Süßigkeiten einzusammeln.

Wildes Treiben in der Oberpfalz

Die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberpfalz meldet am Dienstag rund 60 Notrufe aus der Halloween-Nacht bis zum frühen Morgen. Aktivisten, die die „Horrornacht“ zelebrierten, warfen mit Eiern, aber auch die Auftritte von Grusel-Clowns spielten in diesem Jahr eine größere Rolle. Vielerorts wurden außerdem Böller gezündet.

Das Halloween-Spektakel hatte am späten Montagnachmittag in der Oberpfalz eingesetzt. Vor allem in Regensburg wurden zahlreiche Böller gezündet. In mehr als zehn Fällen forderten Anwohner Polizeistreifen an, um dem wilden Treiben ein Ende zu setzen. Aber auch in Schwandorf und Weiden wurden heftige Ruhestörungen durch Kracher mitgeteilt.

Mit Baseballschlägern und Messern unterwegs

Eier flogen in Regensburg gegen Linienbusse und in Cham gegen Autos, trafen aber auch Hausfassaden wie in Weiden und in Niederrunding. Außerdem wurden zahlreiche Blumentöpfe umgeworfen und Zauntore beschädigt.

Eine vandalierende Gruppe zog durch Auerbach in der Oberpfalz, trat mehrere Fahrzeugspiegel ab, warf Farbbeutel gegen ein Haus und besprühten einen Gedenkstein mit schwarzen Hakenkreuzen. Bewaffnet mit einem Baseball-Schläger und mit „Anonymus-Masken“ verkleidet ließ die Gruppe ihrer Zerstörungswut freien Lauf. Die Polizeisucht Hinweise: (0 96 43) 92 04 0. Der Sachschaden wird auf mehr als 5000 Euro geschätzt.

Zehn Anrufer, die in der Halloween-Nacht bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums durchklingelten, meldeten die Auftritte von Clowns. Meist waren die Grusel-Clowns unbewaffnet. In Weiden allerdings führten drei der maskierten Gestalten Motorsägen mit; sie konnten die Geräte – ohne Ketten – allerdings nicht starten, so ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Das Trio gab an, es wolle „Kinder erschrecken“. Außerdem wurden Clowns gemeldet, die mit Baselballschlägern oder kleinen Messern unterwegs waren: Eine schlägerschwingende 14-Jährige und drei gleichaltrige Teenager wollten „Jagd auf Killerclowns“, wie sie sagten.

Kein Freibrief für Straftaten

  • Brauch

    In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ist Halloween. Dieser keltische Brauch kam aus den USA nach Deutschland. Kinder gehen in gruseligen Verkleidungen von Haus zu Haus, Erwachsene feiern verkleidet Halloweenparties.

  • Polizei

    Die Beamten haben in den Vorjahren keine gute Erfahrung gemacht. Die Halloweennacht wird oftmals als Freibrief für Straftaten angesehen. Selbiges gilt für das neuartige Phänomen der sogenannten „Horror-Clowns“.

  • Strafen

    Wer Eigentum oder Gesundheit anderer Menschen gefährdet oder schädigt, muss mit einer Strafanzeige wegen Nötigung, Bedrohung, Sachbeschädigung oder Körperverletzung rechnen – oft auch mit finanziellen Folgen.

  • Feiertag

    Der Allerheiligentag ist ein stiller Feiertag, dessen Schutz um 2 Uhr beginnt. Verstöße gegen die Bestimmungen des Sonn- und Feiertagsgesetzes können laut Polizei mit Geldstrafen von bis zu 10 000 Euro geahndet werden. (km)

„Sicher wird die eine oder andere Sachbeschädigung erst am Morgen entdeckt“, so Sprecher Albrecht Haupt in der vorläufigen Bilanz.

Die Polizei in Regensburg hatte vorab gewarnt: Halloween sei kein Freibrief; Straftaten würden konsequent verfolgt.

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