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Notfälle

Hausziege in Bergnot: Rettungsaktion geplant

Eigentlich kennt sich die Ziege in dem Steinbruch aus. Trotzdem ist das wildlebende Haustier dort nun in Bergnot geraten, hängt auf einem Vorsprung fest. Ohne menschliche Hilfe droht der weißen Geiß der Tod. Nun plant die Bergwacht eine Rettungsaktion.
Von Christiane Gläser, dpa

Die Hausziege (rechts oben) steht in steilen Steinbruch. Foto: Florian Bofinger/Bergwacht Miltenberg

Collenberg.Sie kann nicht mehr vor und nicht mehr zurück: Seit fast einer Woche hängt eine wildlebende Ziege in einem Steinbruch in Unterfranken fest. Das Tier ist auf einem kleinen Vorsprung in Bergnot geraten und kann sich selbst nicht mehr aus der Steilwand befreien. Weil der Geiß damit der sichere Tod droht, hat die Gemeinde Collenberg (Landkreis Miltenberg) die regionale Bergwacht eingeschaltet. Die soll das Tier nun in Sicherheit bringen.

Die weiße Hausziege steht in etwa 40 Metern Höhe auf einem gerade einmal fünf Meter langen und 30 Zentimeter breiten Vorsprung. „Und der ist auch noch nach unten geneigt“, beschrieb Einsatzleiter Florian Bofinger von der Bergwacht Miltenberg am Mittwoch die Lage.

Bofinger und seine ehrenamtlichen Kollegen sind bereits seit Sonntag in dem Steinbruch im „Ziegeneinsatz“. So wurde beispielsweise nach Angaben des amtierenden Bürgermeisters von Collenberg, Peter Mayer, die Steilwand von Hindernissen befreit, damit das Tier von allein den Weg zurück finden kann. Futter sollte den Weg in die Freiheit weisen. Doch alle Lock- und Rettungsversuche scheiterten. „Leider saß sie heute Morgen immer noch auf ihrer Felsbank“, sagte Mayer. Das Tier sei mittlerweile auch „schon ziemlich abgemagert“.

Nun geben die Retter der Ziege eine letzte Chance. „Wir werden am Nachmittag versuchen, die Ziege zu retten und abzulassen“, sagte Bofinger. Die Bergretter wollen nach Absprache mit dem Landratsamt und der zuständigen Naturschutzbehörde das Tier zunächst sedieren, also durch ein Medikament beruhigen. Anschließend soll es mithilfe eines Seils in die Tiefe abgelassen werden.

Bofinger, der Anästhesist und Notarzt ist, schätzt die Chance auf eine erfolgreiche Rettung als gering ein. Es bestehe die Gefahr, dass das Tier in einem Fluchtreflex zu Tode stürzt. „Aber wenn man nichts macht, wird sie entweder verhungern oder selbst abstürzen.“

Der Steinbruch liegt in einem Naturschutzgebiet, das nicht betreten werden darf. Die Ziege lebt Mayer zufolge seit etwa zwei Jahren wild in dem Steinbruch. „Wir wissen nicht, von wo aus die Ziege zugewandert ist.“ Das Tier sei in dem Steinbruch aber mittlerweile heimisch. „Der Ziege ist das Revier bekannt. Die wäre aus freien Stücken nie dorthin gegangen, wo sie jetzt ist“, sagte Mayer. Vermutlich sei sie von einem Hund oder einem anderen Tier dorthin gescheucht worden.

Viele Menschen im Ort hofften nun auf einen guten Ausgang der Rettungsaktion. Bürgermeister Mayer: „Die Ziege wird von vielen Leuten positiv gesehen. Sie ist schon ein bisschen unser Maskottchen geworden.“

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