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Hemdenkompetenz, die ankommt

Mehr als nur anziehend – Modemacher aus der Oberpfalz. Die Hatico Mode GmbH aus Tirschenreuth gehört zu den Großen in der Herrenhemden-Branche.
Von Katja Bock, MZ

  • Geschäftsführender Gesellschafter der Hatico Mode GmbH, Hubert Andritzky, zeigt die neuen Sommerhemden für 2014. Fotos: Gabi Schönberger
  • Seit 2011 ergänzen die Hemden der Marke „Rich Friday“ das Angebot.
  • Durch Muster abgesetzte Manschetten liegen im Trend.
  • In der Lagerhalle stapeln sich die Hemden bis unter die Decke.

Tirschenreuth. Fein säuberlich liegen die Hemden zusammengefaltet auf den mit schwarzen Stoffen bezogenen Tischen. Dazu passend sind in den Krägen abgestimmt die Krawatten drapiert. Darüber hängen einige Modelle nach Farben sortiert an kleinen Haken. Geschäftsführender Gesellschafter Hubert Andritzky zeigt die neuen Sommerkollektionen für 2014. Der nächste Sommer wird farbenfroh und musterreich bei der Hatico Mode GmbH aus Tirschenreuth. Von kräftigen Orangetönen bis zu Aqua-Nuancen bestimmen vor allem leuchtende Farben und Drucke das Bild der verschiedenen Kollektionen.

Andritzky zeigt sich klassisch mit weißem, körpernah geschnittenem Hemd und darüber einem taillierten, leicht schimmernden Sakko mit gelbem Einstecktuch. „Meine Lieblingshemden sind die Pure und Rich Friday Hemden“, wird Andritzky später verraten. Mit den Marken Hatico, Pure und Rich Friday hat sich der Oberpfälzer Hemdenspezialist auf dem Markt etabliert .

Vom Klassiker zum Modehemd

Lange Zeit, mindestens bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts, galt das weiße Hemd als Statussymbol des Mannes. Es zeigte, dass man nicht körperlich zu arbeiten brauchte und sich mit seiner Arbeit im Büro jeden Tag ein frisches Hemd leisten konnte. So waren auch, als Hans Tischler und Hans Reiter 1947 in Tirschenreuth ihre Hemdenfabrik gründeten, vor allem die Klassiker unter den Herrenhemden gefragt. „Hans Tischler und Hans Reiter haben hier nach dem Krieg komplett neu begonnen“, erklärt Andritzky, der seit 2002 geschäftsführender Gesellschafter der Hatico Mode GmbH ist.

Zunächst vor allem für seine klassischen Hemden bekannt, wandelt sich das Bild der Hatico-Hemden mit dem wechselnden Image des Herrenhemdes. Vom Inbegriff der Förmlichkeit entwickelt sich das Hemd zum Universalkleidungsstück, welches sowohl im Büro als auch in der Freizeit eine gute Figur machen soll. Die Schnitte werden enger, die Farben leuchtender und der modische Anspruch größer.

Auch an Hatico in Tirschenreuth geht diese Entwicklung nicht spurlos vorüber. „Vom reinen Basic-Hemden-Anbieter haben wir uns vor allem durch die Marke Pure zu einem sehr modischen Hemden-Anbieter entwickelt“, erklärt Andritzky und zeigt dabei die aktuellen Lookbooks für Sommer 2014. Auf dem Titelblatt von „Pure“ trägt das Model ein apfelgrünes Hemd, lässig sind die ersten beiden Knöpfe geöffnet, sodass man die mit Mustern abgesetzte Krageninnenseite und untere Knopfleiste erkennen kann. „Pure steht für körpernah geschnittene, sehr modische Hemden. Im Preissegment zwischen 49 und 89 Euro ist es unsere umsatzstärkste Marke“, erläutert der 55-Jährige das Markenprofil.

Noch eine Spur extravaganter zeigt sich die Marke „Rich Friday“. Bunte Fantasy-Prints zieren die Hemden. Die hochgekrempelten Ärmel geben den Blick frei auf die farblich abgesetzten Manschetten. „Rich Friday sind unsere Premium Casual Hemden. Sehr hochwertige Stoffe, trendorientiertes Design und Details wie der eingestickte Name auf dem Rücken kennzeichnen die Hemden.“ In den Modemetropolen von Mailand bis Paris lassen sich die Designer von aktuellen Trend-Labels inspirieren. Jede Marke hat dabei ihren eigenen Designer. So spielen beispielsweise für die kommende Saison nach wie vor Prints und Details eine große Rolle. „Ganz wichtige Farben sind für Herbst/Winter kräftige Grün- und Erdtöne.

Wissen, wo produziert wird

Im modischen Bereich wird auch sehr viel mit verschiedenen Drucken wie Blumen-Prints gespielt. „Wichtig bleiben nach wie vor die Details“, erklärt Andritzky die neuen Trends. Nach der Trendforschung, dem Design und Stoffkauf werden die Musterteile gefertigt. Anschließend gehen Stoffe, Knöpfe und Garne zu den Produktionsstätten nach Bulgarien, Mazedonien und den Philippinen. Mindestens einmal im Jahr besucht Andritzky die Produktionswerke, um zu überprüfen, ob die sozialen Standards eingehalten werden. „Wir wollen wissen, wie produziert wird. Mir ist es wichtig, dass ich jedes Werk persönlich kenne.“

Mit rund 30 Millionen Euro Umsatz und zwei Millionen verkaufter Hemden im Jahr zählt der Textilhersteller aus der Oberpfalz zu einem der Großen auf dem Markt. Deutlich wird dies auch beim Rundgang durch das Lager in Tirschenreuth. Auf zwei Ebenen stapeln sich dort auf einer Fläche von 2820 Quadratmetern die frisch verpackten Hemden bis unter die Decke. Von kariert bis gestreift findet man in den weitläufigen Hallen Hemden in allen Variationen. Überall verpacken, sortieren und ordnen Mitarbeiter die Produkte. Ungefähr 140 Mitarbeiter vom Design bis zur Logistik sind in Tirschenreuth beschäftigt. Neuestes Projekt ist der Hatico Online-Shop, der noch im August 2013 starten soll.

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