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Hilfsorganisationen

Hilfsorganisation Humedica setzt auf Projekte vor Ort

Von Kaufbeuren aus schicken sie nach Katastrophen schnelle Hilfe in alle Welt. Nun wird die Hilfsorganisation Humedica 40 Jahre alt. Künftig will sie sich noch stärker in den Zielländern engagieren.

Ein Aufkleber der Hilfsorganisation Humedica klebt auf dem Flughafen in München (Bayern) auf einem Paket. Foto: Andreas Gebert/Archivbild
Ein Aufkleber der Hilfsorganisation Humedica klebt auf dem Flughafen in München (Bayern) auf einem Paket. Foto: Andreas Gebert/Archivbild

Kaufbeuren.Die Allgäuer Hilfsorganisation Humedica will sich 40 Jahre nach ihrer Gründung noch stärker vor Ort in den Krisenregionen der Welt engagieren. Künftig sollen die Projekte häufiger in den Ländern selbst, beispielsweise in Indien oder Sri Lanka, geleitet werden, sagten die künftigen Humedica- Geschäftsführer Heinke Rauscher und Johannes Peter. So solle es beispielsweise in Dörfern Trainings wie Erste-Hilfe-Kurse für die Einwohner geben, sagte Peter. „Das ist eine Komponente, dass wir noch näher zu den Leuten, die betroffen sind, hingehen.“

Am Samstag und Sonntag feiert die Hilfsorganisation aus Kaufbeuren mit einem großen Fest das 40-jährige Bestehen. Damit wird auch der Mitgründer und bisherige Geschäftsführer Wolfgang Groß in den Ruhestand verabschiedet. Humedica leistet nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern der Welt humanitäre Hilfe. Besonders bekannt ist die Organisation für den Einsatz von schneller medizinischer Hilfe und Nahrungsmittelversorgung nach Katastrophen wie Erdbeben.

Humedica will aber nicht nur für kurzfristige Noteinsätze stehen, sondern auch die eigenen längerfristigen Projekte bekannt machen und Spender dafür gewinnen. Mit monatlichen Förderbeiträgen von rund 20 Euro können Unterstützer beispielsweise Schulprojekte in Brasilien oder Äthiopien finanzieren.

„Unsere Spender können sich aussuchen, wo sie sich engagieren wollen“, sagte Rauscher. Während bei Katastrophenfällen sehr schnell viel Geld hereinkomme, seien Dauerspender für eine bessere Planungssicherheit notwendig. „Das ist gerade wichtig, um die weniger in den Medien präsenten Projekte zu finanzieren“, sagte sie.

In der Vergangenheit nahm Humedica nach Angaben der künftigen Leiter pro Jahr zwischen 11 und 18 Millionen Euro an Spenden ein. Die Organisation hat rund 45 fest beschäftige Mitarbeiter und mehrere Hundert ehrenamtliche Helfer.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat Humedica als förderungswürdig anerkannt und das Spenden-Siegel verliehen. Das DZI prüft unter anderem, dass die Organisationen nicht zu viel Geld für Verwaltung und Werbung ausgeben. Dem DZI zufolge liegt bei Humedica dieser Anteil zwischen 10 bis 20 Prozent und gilt somit als angemessen.

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