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Gesundheit

Hilfspfleger in zweitem Mordfall dringend tatverdächtig

Vor rund einem Monat wird ein Hilfspfleger wegen Mordverdachts in München verhaftet. Dank zahlreicher Hinweise können weitere Beschäftigungsorte ausfindig gemacht werden - und weitere mutmaßliche Opfer.

München.Nach der Verhaftung eines Hilfspflegers in München ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei in einem zweiten Fall wegen Mordverdachts gegen den Mann. Ein Pflegebedürftiger im Landkreis Kitzingen sei während der dreitägigen Betreuung durch den 36-Jährigen im Januar gestorben, erklärten die Ermittler am Dienstag.

Die Leiche des 84-Jährigen sei exhumiert und obduziert worden. Bei den Untersuchungen seien Auffälligkeiten festgestellt worden, die einen dringenden Tatverdacht begründeten, sagte der Leiter der Münchner Mordkommission, Josef Wimmer. Eine natürliche Todesursache könne ausgeschlossen werden.

Der Pole war festgenommen worden, weil er Mitte Februar in Ottobrunn bei München einen 87-jährigen Pflegebedürftigen mit Insulin getötet haben soll. Die Polizei hatte bei dem Beschuldigten zwei EC-Karten des Rentners samt Geheimnummern gefunden. Er wird in 15 weiteren Fällen des Diebstahls beschuldigt. Er soll unter anderem Geld, Eheringe und Essen gestohlen haben.

Vier andere Todesfälle, die in engem Zusammenhang mit der Betreuung durch den Hilfspfleger stehen, müssten noch näher geklärt werden, sagte Wimmer. Eine Leiche wurde bereits exhumiert, die Ergebnisse der Obduktion stünden aber noch aus.

Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft in fünf Fällen wegen des Verdachts auf versuchten Mord. Bei einem 91-Jährigen aus Esslingen (Baden-Württemberg) sei es im Juli 2017 während der zweitägigen Betreuung durch den Polen zu einem Notfalleinsatz mit Krankenhausaufenthalt gekommen.

Die Ermittler hatten mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach weiteren mutmaßlichen Opfern des Pflegers gesucht. Der Fall ist am Mittwoch (20.15 Uhr) auch Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. 51 Hinweise seien bisher bei der Polizei eingegangen, sagte Wimmer. Damit konnten 57 Beschäftigungsadressen bundesweit ausfindig gemacht werden - unter anderem in Freiburg, Mainz und Kiel. Die erste Betreuung sei auf den 1. Mai 2015 datiert worden.

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