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Medizin

Hohe Auslastung der Psychiatrie

Die medizinischen Betriebe des Bezirks legen dem Bezirkstag die Halbjahreszahlen vor. Immer mehr Menschen suchen Hilfe.
Von Isolde Stöcker-Gietl

In der Oberpfalz suchen sich immer mehr Menschen aufgrund von psychischen Belastungen Hilfe in den Kliniken des Bezirks, Foto: Peer Grimm/dpa
In der Oberpfalz suchen sich immer mehr Menschen aufgrund von psychischen Belastungen Hilfe in den Kliniken des Bezirks, Foto: Peer Grimm/dpa

Bad Kötzting.Immer mehr Menschen wenden sich mit psychischen Problemen an Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz. Wie der Leiter der medizinischen Einrichtungen des Bezirks, Dr. Helmut Hauser, gestern bei der Sitzung des Bezirkstags in Bad Kötzting (Lkr. Cham) bekannt gab, wurde im ersten Halbjahr im Bereich der psychiatrischen Versorgung eine Auslastung von 97 Prozent erreicht, ein Prozent mehr als im Vorjahr. Er sprach davon, dass insbesondere durch den Aufbau von medizinischen Strukturen in der Fläche die Hemmschwelle weiter sinke, Hilfen in Anspruch zu nehmen.

„Die Entwicklung zeigt, dass wir den Weg hin zu den Menschen gehen müssen“, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler (CSU). Inzwischen arbeiten an sechs Standorten mehr als 3000 Mitarbeiter in den medizinischen Einrichtungen des Bezirks. Die hohe Ausleistung sei aus wirtschaftlicher Sicht erfreulich, belege aber auch, dass immer mehr Menschen aufgrund psychischer Probleme Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Hauser gab bekannt, dass es in diesem Jahr voraussichtlich gelingen werde, für die medizinischen Betriebe des Bezirks (medbo) eine schwarze Null zu schreiben. Eine Unwägbarkeit seien derzeit noch die Verhandlungen mit den Krankenkassen. Sie würden sich schwierig gestalten.

Ausbau soll Regensburger Klinikum nicht benachteiligen

SPD-Bezirksrat Richard Gassner mahnte an, dass der Ausbau der Kapazitäten der psychiatrischen Versorgung in der Fläche nicht zu Lasten des Bezirksklinikums Regensburg gehen dürfe. „Wir dürfen die Betten, die wir in der Oberpfalz schaffen, nicht in Regensburg abziehen.“ Der Bezirkstagspräsident betonte, dass er darauf seit jeher ein Augenmerk habe.

Der scheidende SPD-Bezirksrat Norbert Hartl lenkte den Blick auf den Bereich der neurologischen Rehabilitation. Vor Jahren habe der Bezirk hier ein Leuchtturmprojekt geschaffen, das den Patienten eine komplette Rehabilitation am Standort Regensburg ermögliche. Inzwischen würden aber vermehrt Kostenträger von ihren Patienten verlangen, dass sie in kostengünstigere Einrichtungen wechseln. Hauser bestätigte diese Entwicklung, betonte aber auch, dass sich die medbo weiterhin auf hohe Qualität der Pflege dieser schwerstkranken Patienten konzentrieren werde und dem Preisdruck nicht nachgeben wolle.

Psychisch-Kranken-Gesetz diese Woche verabschiedet

Die Verabschiedung des Psychisch-Kranken-Gesetzes diese Woche im Landtag bezeichnete der Bezirkstagspräsident in der Sitzung als „gute Sache“. Der Gesetzentwurf hatte die sieben Bezirke sowie Sozialverbände auf die Barrikaden getrieben, insbesondere wegen der geplanten Einführung einer Psychisch-Kranken-Datei. Dieses Vorhaben ist nun vom Tisch. „Mit dem Gesetz kann die Entstigmatisierung gelingen“, sagte Löffler. Bezirkstagsrat Toni Dutz (CSU) merkte an, dass er sich wünschen würde, dass bei der Gesetzgebung mehr auf die kommunale Ebene gehört werde. „Wenn man auf die hört, die sich auskennen, kommt auch etwas Gescheites dabei heraus.“

Es war die letzte Sitzung des Bezirkstags vor der bevorstehenden Landtags- und Bezirkstagswahl. Löffler bedankte sich für die hervorragende Arbeit. „Wir können eine Bilanz in diesem Gremium vorweisen, die die Oberpfalz freundlicher, sozial gerechter und attraktiver gemacht hat.“

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