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Mittwoch, 18. Juli 2018 29° 1

Verkehr

Im Inntal herrscht dicke Luft

Der Brennerbasistunnel soll Güter auf die Schiene bringen. Aber wo könnten die Zulauf-Trassen überhaupt verlaufen?

Auf der Brenner-Route staut sich der Verkehr stetig. Foto: Großruck dpa
Auf der Brenner-Route staut sich der Verkehr stetig. Foto: Großruck dpa

Rosenheim.Wer über den Brenner will, kennt das: Lastwagen, Staus, Lärm. Die Deutsche Bahn will nun voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erste Vorschläge zum Verlauf der beiden neuen Bahntrassen für den Nordzulauf zum Brennerbasistunnel vorstellen. „Wenn wir erste Ideen für mögliche Trassenverläufe vorstellen, wird noch vieles sehr vage sein“, sagte der Projektleiter der Bahn, Torsten Gruber, gestern in Rosenheim. „Aber wir können erkennen, welche Räume auf keinen Fall infrage kommen. Und damit sind wir schon einen großen Schritt weiter.“ Der Dialog mit der Bevölkerung werde auch dann fortgesetzt. „Alles, was wir in den Gemeindeforen erarbeiten, findet Einzug in die Trassenauswahl“, versprach Gruber.

Im Jahr 2020 soll laut Bahn die Auswahl der Trassen abgeschlossen sein. Danach können Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren beginnen, die aber möglicherweise Gerichtsverfahren überstehen müssten. Ein Termin für einen Baubeginn bleibt somit weiter offen.

Anwohner skeptisch

Der Brennerbasistunnel – der längste Eisenbahntunnel der Welt – soll frühestens 2026 eröffnen, um die Brennerautobahn von dem weiter wachsenden Schwerlastverkehr zu entlasten. Wenn mehr Güter auf die Schiene kommen, reichen zwei Gleise im oberbayerischen Inntal für den Zulauf nicht aus. Doch Anwohner im Inntal wehren sich gegen den Ausbau – sie fürchten noch mehr Belastung durch den Schienenverkehr.

Deshalb wurde ein Dialogprozess gestartet. Bei mehr als 75 Gemeinde- und Regionalforen, Projektbeiräten und Informationsveranstaltungen habe die Bahn in den vergangenen zwei Jahren über Planungsgrundlagen informiert. Daraus sei mit Bürgern, Verbandsvertretern und Kommunalpolitikern ein Kriterienkatalog erarbeitet worden, der in Kürze fertig sein soll. Wünsche und Bedenken der Gemeinden seien eingeflossen. Etwa seien die Bereiche Tourismus, Landwirtschaft und Trinkwasser deutlich stärker berücksichtigt worden als ursprünglich vorgesehen.

In der ersten Jahreshälfte sollen die Planungsgrundlagen aktualisiert werden. Technisch anspruchsvolle wie auch besonders schützenswerte Bereiche – etwa Siedlungsgebiete und Naturräume – sollen dabei identifiziert werden. Die Grundlagen würden durch Stellungnahmen von Gemeinden und Foren ergänzt. Es entstehe eine Landkarte zu den planerischen Herausforderungen. Danach wollen die Planer die ersten Trassen entwerfen. Sämtliche Planungsschritte sollen transparent sein und in den Gemeindeforen thematisiert werden, unterstrich die Bahn.

Erkundungsbohrungen laufen

Im Januar hatten bereits Erkundungsbohrungen im Inntal begonnen. An 30 Stellen sollen, auf deutscher und österreichischer Seite, aus bis zu 400 Metern Tiefe Bohrkerne aus dem Untergrund geholt werden. Die Deutsche Bahn und die Österreichische Bundesbahn wollen daraus geophysikalische Erkenntnisse gewinnen, wie etwa der Untergrund im Inntal beschaffen ist oder wo Grundwasserströme fließen. Auch das sind Vorbereitungen für die Strecke, auf der Züge ein Tempo von bis zu 230 Stundenkilometer erreichen sollen.

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