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Montag, 20. August 2018 30° 2

Verkehr

Im Schritttempo in die Ferien

Zum Urlaubsstart liefern wir euch den Überblick über die Staufallen. Aber auch für Zugreisende nach München wird es unbequem.
Von Isolde Stöcker-Gietl

Bayern startet Ende nächster Woche in die Ferien. Zeitverlust droht diesmal nicht nur auf Straßen.Foto: Leonhardt/dpa
Bayern startet Ende nächster Woche in die Ferien. Zeitverlust droht diesmal nicht nur auf Straßen.Foto: Leonhardt/dpa

Regensburg.Vor der Erholung steht der Stau. Wenn in acht Tagen die Schulferien in Bayern beginnen, dann rollen die Blechlawinen wieder gen Süden. Doch auch wer mit der Bahn unterwegs ist, muss insbesondere rund um München in den kommenden sechs Wochen mit Verzögerungen rechnen. Denn zwischen Freising und Feldmoching wird die Bahnstrecke ab 28. Juli bis 10. September komplett gesperrt. Reisende aus Ostbayern müssen auf einen sogenannten Schienen-Ersatzverkehr ausweichen, wenn sie das Drehkreuz München ansteuern. Wer zum Flughafen München will, sollte zwar einen Zeitpuffer einplanen, die Busse verkehren ab Freising aber wie gewohnt. Auf der Rückreise erwarten die Urlauber dann zusätzlich noch Grenzkontrollen an den Übergängen Suben/Passau (A3), Kufstein/Kiefersfelden (A93) und Walserberg/Freilassing (A8). „Das kann schon mal zu Verzögerungen von einer halben Stunde bis zu einer Stunde führen“, warnt ADAC-Stauberater Bernd Emmrich.

Aussichten „noch trüber“

Schon den ganzen Juli ist das Reiseaufkommen in Bayern sehr hoch, da bereits die meisten Bundesländer in die Ferien gestartet sind. Mittlerweile ist auch die erste Rückreisewelle angerollt. „Und die Aussichten sind für die kommenden Wochenenden noch trüber“, warnt der Stauberater. Dennoch hat er auch ein Lob für die Autobahndirektionen in Bayern, die dafür gesorgt haben, dass es nicht auch noch durch zahlreiche Baustellen zum Verkehrskollaps kommt. „Da haben wir in diesem Jahr zur Ferienzeit nur durchschnittlich, wenn nicht sogar unterdurchschnittlich viele.“

Ganz ohne Baustellen kommen die Autofahrer aber dennoch nicht durch. Vor allem im Münchner Norden, wo derzeit an der A99 der achtspurige Ausbau erfolgt, gibt es ein Nadelöhr, das zur Staufalle für Österreich- und Italienurlauber werden kann. Im weiteren Streckenverlauf Richtung Inntal wird es zwischen den Anschlussstellen Kiefersfelden und Grenzübergang Kiefersfelden eng. Dort finden Brückenbauarbeiten statt, weshalb ein Fahrstreifen gesperrt ist. Auf der Gegenfahrbahn wird pünktlich zum Ferienbeginn in Bayern die sechs Kilometer lange Baustelle zwischen den Anschlussstellen Brannenburg und Dreieck Inntal aufgehoben. Gebaut wird auch auf der A 92 bei Moosburg, was die Reisenden, die aus Niederbayern Richtung München wollen, beeinträchtigt.

Wieder Vollsperrung auf der A3

Wer auf der A 3 Richtung Österreich oder Ungarn will, der könnte rund um Regensburg ins Stocken geraten. Dort wird es am kommenden Wochenende von 21. auf 22. Juli erneut eine Vollsperrung geben. Von Samstagabend 20.30 Uhr bis Sonntagnachmittag 14 Uhr ist die Verkehrsader zwischen den Anschlussstellen Regensburg-Universität und Rosenhof in beide Richtungen komplett gesperrt. Die Auffahrten Burgweinting, Regensburg-Ost und Neutraubling sind nicht nutzbar. Während die Autobahndirektion Südbayern für den Regionalverkehr Umleitungen eingerichtet hat, wird Fernreisenden empfohlen, den Großraum Regensburg weiträumig zu umfahren.

Lesen Sie hier alles Wissenswerte über den sechsspurigen Ausbau der A3

Laut einer Pressemitteilung ist die Sperrung erforderlich, um sogenannte Verbundfertigteilträger zum Neubau der Brücke Markomannenstraße einzuheben. Zudem werden an drei weiteren Brückenbaustellen Schalungsgerüste abgebaut. Wie der Sprecher der Autobahndirektion Südbayern, Josef Seebacher, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung bekanntgab, wird es auch im kommenden Jahr drei Vollsperrungen an der Strecke geben. Diese sollen Ende Februar, Ende Mai und Ende Juli durchgeführt werden. Die genauen Wochenenden stehen noch nicht fest. Die Großbaustelle in Regensburg wird Reisende sechs Jahre lang begleiten. Bis dahin erfolgt der sechsspurige Ausbau des hochfrequentierten Autobahnabschnittes.

Die neue E-Vignette

  • E-Vignette:

    Statt Pickerl kann man in Österreich nun auch eine digitale Vignette erwerben. Diese ist derzeit ausschließlich online bei der österreichischen Autobahngesellschaft Asfinag sowie über die Asfinag-App erhältlich. Das digitale Pickerl gibt es auch für mautpflichtige Streckenabschnitte. Die E-Vignette ist an das Kfz-Kennzeichen gebunden. Achtung: Wer mit E-Vignette in die Ferien fahren will, muss frühzeitig buchen. Sie ist frühestens 18 Tage nach Kaufdatum gültig.

  • Bußgelder:

    Wer in Österreich ohne Vignette erwischt wird, der muss mit hohen Bußgeldern rechnen. Die Asfinag kontrolliert regelmäßig, auch mit mobilen Überwachungsanlagen. Bei der automatischen Überwachung wird jedes vorbeifahrende Fahrzeug fotografiert. Wer ohne gültige Vignette erwischt wird, muss eine Ersatzmaut bezahlen. Sie kostet für Pkw 120 Euro.

  • Positionierung:

    Die Vignette muss an der Windschutzscheibe angebracht werden. Asfinag empfiehlt den linken, oberen Bereich oder hinter dem Rückspiegel.

Nach wie vor nutzen rund 50 Prozent den PKW als Verkehrsmittel zum Urlaubsziel, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Bei Reisen innerhalb Deutschlands und Zielen in der Alpenregion ist das Auto mit 75 Prozent sogar das mit Abstand beliebteste Verkehrsmittel. Im vergangenen Jahr registrierte der Autoclub ADAC auf deutschen Autobahnen rund 723 000 Staus, mehr als je zuvor. Die Karawanen summierten sich auf eine Gesamtlänge von 1,45 Millionen Kilometern.

33 Kilometer lang ist die Bahnstrecke, die in den Sommerferien rund um München so manchen Reisenden den Ferienausflug oder gar den Weg in den Urlaub verderben wird. Denn ab Freising heißt es raus aus dem Zug und rein in den Schienenersatzverkehr. Am Dienstag stellten die DB Regio Bayern und der Münchner Verkehrsverbund in einer Pressekonferenz die letzten Einzelheiten vor. Auf der Strecke werden Schienen und Weichen erneuert, außerdem wird die Neufahrner Kurve an das Streckennetz angeschlossen.

Zugfahrer verlieren eine Stunde bis München

Damit haben Reisende aus Ostbayern künftig einen direkten Anschluss an den Münchner Flughafen. Doch bis dahin müssen sie sechs Wochen einige Widrigkeiten auf sich nehmen. Die Regionalzüge aus Ostbayern wenden ab 28. Juli in Freising. Zwischen Freising und Feldmoching verkehren als Ersatz für die S-Bahnlinie S 1 Busse, die in der Hauptverkehrszeit auf der Strecke Lohhof-Feldmoching verstärkt werden. Ab Feldmoching können Reisende ihren Weg mit der S 1 fortsetzen.

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Mit einer Sonder-S-Bahn kommt man alternativ über Flughafen und Ostbahnhof direkt nach München, der Zug verkehrt allerdings nur zu Stoßzeiten im 30-Minuten-Takt, sonst jede Stunde – zwischen 19.30 und 6 Uhr gar nicht. Alternative gibt es auch noch den Busshuttle zum Flughafen-Besucherpark, der alle zehn Minuten verkehrt. Von dort geht es weiter mit S1 oder S8 in die City. In jedem Fall verlängert sich die Anreise aus Regensburg nach München um fast eine Stunde. Wer etwa das Bayernticket für einen Tagesausflug nutzen will, was montags bis freitags erst ab 9 Uhr möglich ist, verliert also kostbare Zeit.

Autofahrern, die der Staugefahr entgehen wollen, rät ADAC-Stauberater Emmrich einen An- und Abreisetag unter der Woche zu wählen. „Wer diese Möglichkeit hat, dem würde ich empfehlen auf Dienstag bis Donnerstag auszuweichen.“ Doch auch an Wochentagen kann noch die eine oder andere Hürde lauern. So werden auf der österreichischen Seite am 23. und 30. Juli sowie am 16. August wieder Lkw-Blockabfertigungen stattfinden. An diesen Tagen werden maximal 300 Lastwagen pro Stunde durchgelassen. „Damit staut sich der Schwerverkehr auf einer Spur und damit in der Folge schnell das ganze Verkehrsgeschehen zurück bis ans Inntal-Dreieck“, warnt Emmrich.

Wer im Stau steht, darf übrigens nicht einfach das Auto verlassen und sich die Beine vertreten. Aussteigen darf man selbst dann nicht, wenn ein dringendes Bedürfnis quält.

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