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Rohstoff

In Bayern wird wieder Graphit abgebaut

Die Nachfrage wächst: Sieben Jahre lang stand das Bergwerk der Graphit Kropfmühl AG in Niederbayern still. Nun fördert die Firma wieder Graphit.

In einem Bergwerk im niederbayerischen Kropfmühl wird nach sieben Jahren Pause wieder Graphit gefördert. Foto: Graphit Kropfmühl AG/dpa

München/Kropfmühl. Nach siebenjähriger Pause fördert die Graphit Kropfmühl AG wieder an ihrem Stammsitz in Niederbayern Graphit. 2005 hatte die Firma den Abbau in dem traditionsreichen Bergwerk angesichts der Konkurrenz aus China eingestellt. Wegen der wachsenden Nachfrage nach dem wichtigen Mineral und der kräftig steigenden Weltmarktpreise ist der Abbau hierzulande wieder rentabel, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Am Donnerstag ging die Grube feierlich wieder in Betrieb. Die Spezialfirma fördert vor allem in Afrika und Asien. Dieses Jahr sollen zehn Bergleute knapp 300 Tonnen in Kropfmühl fördern, 2013 soll die Produktion auf 1300 Tonnen steigen. Insgesamt verarbeitet die Gesellschaft jährlich mehr als 25.000 Tonnen Graphit.

Graphit steckt nicht nur in Tennisschlägern oder Bleistiften – es ist wichtig etwa für Batterien oder Elektromotoren. „Graphit gehört zu den als strategisch bedeutend eingestuften Rohstoffen“, sagt der GK-Chef, Martin Ebeling. Ohne Graphit wäre auch das geplante Wachstum bei E-Autos nicht zu machen: Wenn pro Jahr zwei Millionen solcher Fahrzeuge gebaut würden, bräuchte es 100.000 Tonnen des Rohstoffs, ein Viertel der Weltjahresproduktion, hat man bei GK ausgerechnet. Dreiviertel des geförderten Graphits kommt mittlerweile aus China.

In den 90er Jahren verkaufte das Reich der Mitte den Rohstoff viel günstiger und verdrängte viele Anbieter, die teurer produzierten. Inzwischen erhebt China hohe Exportzölle, denn das Land will Produkte, aber keine Rohstoffe exportieren. Auch das treibt den Graphitpreis nach oben, wie auch die Preise etwa für Kupfer oder die sogenannten seltenen Erden. Damit steigen die Erlöse für Firmen wie GK. Und so lohnt sich auch der Graphitabbau hierzulande wieder.

Schon 2005 hatten die Manager darauf gehofft und das Bergwerk nicht komplett stillgelegt, sondern gehegt und gewartet. „Das war eine gute Entscheidung“, sagt Ebeling. Die Fördermenge wird verglichen mit den anderen GK-Minen bescheiden bleiben.

Im Freistaat gibt es nur noch wenig Bergbau unter Tage. Am bekanntesten ist wohl das Bad Reichenhaller Salz, aber auch der Anhydritbergbau in Iphofen. Gerade die Industrie sei auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen, sagte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) vor längerem. „Wenn wir ungenutzte Ressourcen bei uns vor der Haustür im eigenen Boden finden, macht uns das weniger importabhängig.“ Die 250.000 Euro, die Bayern pro Jahr für die Schatzsuche ausgibt, ist zwar nicht beeindruckend, aber: „Bayern ist eines der wenigen Länder in Deutschland, das in die heimische Rohstofferkundung investiert.“ Was daraus am Ende wird, „bleibt abzuwarten“, heißt es im Ministerium. (dpa)

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