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Prozess

Jäger wegen Luchs-Mordes verurteilt

Der 53-Jährige aus Lohberg musste sich wegen Wilderei verantworten. Der Richter hat jetzt das Urteil gesprochen.
Von Stefan Weber

Der Angeklagte (r) sitzt im Verhandlungssaal des Amtsgerichts Cham neben seinem Verteidiger Hans Scholzen. Der Jäger steht im Verdacht, einen Luchs gefangen und getötet zu haben. Foto: Armin Weigel/dpa
Der Angeklagte (r) sitzt im Verhandlungssaal des Amtsgerichts Cham neben seinem Verteidiger Hans Scholzen. Der Jäger steht im Verdacht, einen Luchs gefangen und getötet zu haben. Foto: Armin Weigel/dpa

Cham.Zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 25 Euro wurde am Donnerstag ein 53-jähriger Jäger aus Lohberg im Landkreis Cham am Amtsgericht in Cham verurteilt. Nach Überzeugung des Richters hat er einen Luchs gefangen und getötet.

Der Anklage nach hatte der Mann zwischen Sommer 2014 und Dezember 2016 in seinem Revier eine Lebendfalle aufgestellt und damit einen der streng geschützten Luchse gefangen. Das Tier soll er erschossen haben.

Angeklagter kann sich an Prahlerei nicht erinnern

Die Staatsanwaltschaft warf ihm ein Vergehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz vor. Der Angeklagte sagte, es habe sich nur um eine Fuchsfalle seines Vaters gehandelt. „Meines Wissens wurde darin nie ein Luchs gefangen.“

Ein Zeuge hatte den Jäger ins Visier der Ermittler gebracht. Er hatte der Polizei gemeldet, der Jäger habe ihm gegenüber mit der Tötung eines Luchses geprahlt. Der Angeklagte sagte dazu vor Gericht, daran könne er sich nicht erinnern.

Immer wieder tote Luchse im Bayerischen Wald

Der Mann war den Angaben nach auch im Zusammenhang mit den 2015 gefundenen abgetrennten Luchspfoten ins Visier der Ermittler geraten, jedoch habe sich der Verdacht nicht erhärtet, so ein Gerichtssprecher.

Im Bayerischen Wald gab es in den vergangenen Jahren immer wieder illegale Luchstötungen. Naturschutzverbände fordern vom Freistaat einen „Aktionsplan Wilderei“. Am Mittwoch haben der Bayerische Jagdverband, der Landesbund für Vogelschutz und der WWF Deutschland in Regensburg eine gemeinsame Erklärung gegen Wilderei und Artenschutzkriminalität unterzeichnet. (dpa)

Artenschutz

Verbände blasen zur Jagd auf Wilderer

Jetzt geht es andersherum: Nicht der Luchs soll gejagt werden, sondern die, die ihn jagen. Jäger, WWF und LBV rufen dazu auf.

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