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Einstieg

Jeder kann Astronom sein

Mit Sternkarte und Fernglas ausgestattet lässt sich das Firmament erkunden. Das ist auch von der Stadt aus möglich.

Eine von vielen Galaxien, die man schon mit dem Fernglas aufspüren kann: M81 beim Großen Wagen. Foto: Gottfried Meissner/Sternwarte Regensburg
Eine von vielen Galaxien, die man schon mit dem Fernglas aufspüren kann: M81 beim Großen Wagen. Foto: Gottfried Meissner/Sternwarte Regensburg

Regensburg.Viele kennen die Situation: Ein romantischer Abendspaziergang am Flussufer, der Himmel ist klar und die Begleitung soll sich vom beeindruckenden Wissen über den Sternenhimmel überzeugen lassen. Doch wie hieß denn gleich noch das Sternbild am Horizont?

Abhilfe bei diesem Problem schaffen Apps wie Google Sky Map, die das Smartphone dank GPS in eine leicht zu nutzende Sternkarte verwandeln. Wer das Smartphone nun gegen den Himmel richtet, sieht den aktuell sichtbaren Bereich des Sternhimmels auf dem Display. Mit ein wenig Übung lassen sich schnell diverse Sterne und Sternbilder auffinden, beispielsweise der Große Wagen. Die Verlängerung der hinteren beiden Kastensterne zeigt den Weg zum Polarstern.

Johannes Kepler, dargestellt von Martin Nafz, erklärt seine Arbeit und seinen Lebensweg.

Polarstern ist nicht der hellste Stern

Der Polarstern ist nicht der hellste Stern am Nordhimmel, aber in seinem Bereich dennoch auffällig hell. Der Polarstern ist eigentlich ein Doppelstern. Sein Begleiter ist jedoch zu dunkel, um ihn mit bloßem Auge zu sehen.

Die Handy-App weist über den Polarstern hinaus den Weg zum schiefen „W“ der Kassiopeia. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zur Andromeda, die in klaren, dunklen Nächten durch eine kleine Wolke, die Andromeda-Galaxie, geschmückt ist. Spätestens hier wird das helle Display eines Smartphones störend, da die Augen für die Dunkeladaption bis zu 30 Minuten brauchen. Ein einziger Blick auf das Smartphone zerstört die Adaption wieder. Besser geeignet sind gedruckte Sternkarten, die mit einer matten roten Taschenlampe beleuchtet werden können.

Galaxie selbst beobachten

Die Andromeda-Galaxie ist eine kleine, längliche Aufhellung oberhalb des zweithellsten Sterns, Mirach, im Sternbild Andromeda. Mit einem Fernglas ist die Galaxie schon deutlicher heller zu sehen als mit dem bloßen Auge. Die lange Achse des elliptisch wirkenden Nebels nimmt fast die Hälfte des Gesichtsfeldes ein. Bei guter Kenntnis können Beobachter auch die zwei Begleitgalaxien erkennen, unter exzellenten Bedingungen und unter Zuhilfenahme eines größeren Fernglases andeutungsweise auch ein Staubband, welches zwischen zwei Spiralarmen der Galaxie liegt.

Veranstaltungstipp

  • Vortrag:

    An diesem Freitag stellt Gottfried Meissner in der Sternwarte Regensburg (Ägidienplatz 2) weitere Möglichkeiten vor, mit denen man den Nachthimmel erkunden kann. Der Vortrag beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

  • Beobachtung:

    Bei klarem Himmel besteht die Möglichkeit, das im Vortrag Erlernte direkt im Anschluss auf der Plattform in die Tat umzusetzen.

Zum Erkennen dieser feinen Strukturen gehören neben guten Augen sowohl Erfahrung als auch Übung. Allerdings hat der mit dem Auge erkundbare Nachthimmel wenig mit den farbenprächtigen Fotos aus Zeitungen gemein. Häufig erstellen diese Bilder stark das Licht verstärkende Teleskope, hochempfindliche Kameras und leistungsstarke Computer. So erkennen Forscher farbliche Details, die unserem menschlichen Auge verborgen bleiben oder nur als graue Nebel erkennbar sind.

Messierkatalog als Basis

Durch den großen Abstand benötigt das Licht der Andromeda-Galaxie etwa 2,5 Millionen Jahre, bis es zu uns gelangt. Die Andromeda-Galaxie ist der nächste große Nachbar und ist tatsächlich sogar noch etwas größer als unsere Milchstraße. Während die Milchstraße ungefähr 100 Milliarden Sterne beherbergt, befinden sich in der Andromedagalaxie ungefähr eine Billion Sterne.

Neben der Andromeda wartet eine ganze Palette an Objekten auf ihre Beobachtung mit dem Fernglas, beispielsweise der Kugelsternhaufen Messier 13 oder die zahlreichen offenen Sternhaufen im Band der Milchstraße. Für die Beobachtung mit dem Fernglas eignen sich besonders Objekte, die Charles Messier im 18. Jahrhundert katalogisierte. Dieser Messierkatalog bietet eine gute Ausgangsbasis für die Erkundung des Himmels und ist in jeder gängigen Sternkarte verzeichnet.

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