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Karliczek fordert Forscher zum Kampf gegen „Fake News“ auf

„Fake News“ im „postfaktischen Zeitalter“. Populisten nutzen Möglichkeiten der gezielten Fehlinformationen für sich gezielt aus. Diejenigen, die die Fakten am besten kennen, sollten sich dem entgegenstellen - findet zumindest die Bundesforschungsministerin.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Soeren Stache/Archiv
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Soeren Stache/Archiv

Lindau.Die Wissenschaft sollte sich bei der Auseinandersetzung mit „Fake News“ nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) stärker einbringen. „Gerade in Zeiten einfacher Antworten und falscher Nachrichten möchte ich die Stimme der Wissenschaft deutlich hören“, sagte sie am Sonntag bei der Eröffnung der diesjährigen Nobelpreisträgertagung in Lindau am Bodensee. Die Arbeit der Forscher müsse relevant für die Menschen sein, die Wissenschaftler müssten „auch hinaus in die Welt und ihr Wissen und ihren Enthusiasmus mit anderen Menschen teilen“. Die Teilnehmer der Lindauer Tagung seien „Botschafter des Wissens in einer freien Gesellschaft, die sich nicht von falschen und populistischen Nachrichten beirren lässt“, sagte Karliczek.

Auch Bettina Gräfin Bernadotte, die Präsidentin des Kuratoriums der Nobelpreisträgertagungen, forderte von den Teilnehmern einen offenen und verständlichen Dialog mit der Gesellschaft, damit den allgegenwärtigen Fehlinformationen Einhalt geboten werde. „Wir müssen den Wert der Wissenschaft als zuverlässigen Anker in einer unruhigen Welt hervorheben“, sagte sie.

Gezielt gestreute Falschinformationen im sogenannten postfaktischen Zeitalter sind in diesem Jahr ein Thema bei der 68. Lindauer Tagung. Wie das Kuratorium mitteilte, geht es darüber hinaus schwerpunktmäßig um medizinische Themen wie beispielsweise die innere Uhr des Menschen. Die 2017 gekürten Medizin-Nobelpreisträger, die US-Wissenschaftler Michael Rosbash und Michael Young, werden dazu ihre Forschungsergebnisse vorstellen. Auch um die Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern geht es bei dem Treffen.

An der Tagung #LINO18 nehmen 39 Nobelpreisträger und rund 600 Nachwuchswissenschaftler aus mehr als 80 Nationen teil. Zum Abschluss am Freitag (29. Juni) lädt das Land Baden-Württemberg die Teilnehmer zu einer Bodensee-Rundfahrt ein. Auf dem Ausflugsschiff werden sich dann Unis und andere Forschungseinrichtungen aus dem Bundesland vorstellen, bei einem Zwischenstopp auf der Blumeninsel Mainau ist eine Podiumsdiskussion geplant.

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