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Meinung

Kassenzettel? Ist gebongt!

Der Zentralverband der Bäcker ärgert sich über eine neue Verordnung. Dabei besteht kein Anlass, wie ein Hefeteig aufzugehen.
Von Claudia Bockholt

Regensburg.Es klingt schon bedrohlich: Fünf Milliarden Kassenbons flattern ab Januar 2020 über die Bäckertheken auf uns zu. Eine Papierwalze – und für 97 Prozent aller Semmel-Kunden ein überflüssiger bürokratischer Aufwand. Den meisten wird nicht einmal bewusst sein, dass eine „Verordnung zur Bestimmung der technischen Anforderungen an elektronische Aufzeichnungs- und Sicherungssysteme im Geschäftsverkehr“ überhaupt existiert. Auch nicht, dass fast alle europäischen Länder die sogenannten Fiskalspeicher schon zwingend vorschreiben, die den Steuerbehörden Einblick in alle Buchungsvorgänge erlauben.

Semmeln sind keine Centware mehr

Der Bon für die Breze ist also eine überfällige Pflicht. Dass Geschäftsinhaber sich über Kosten für neue Kassensysteme ärgern, ist ja klar. Darüberhinaus besteht aber eigentlich kein Anlass, wie ein Hefeteig aufzugehen. Die Zeiten, wo Kaiser und Mohn noch kleine Centbeträge kosteten, sind ja auch lange vorbei. Heute zahlt man für 100 Gramm Aufschnitt mancherorts weniger als für eine Vital-Müsli-Vollkorn-Fitness-Stange. Und bei der Gelbwurst gibt es den Kassenzettel schon jetzt meist ganz selbstverständlich mit dazu.

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