MyMz
Anzeige

Kohnen will Grötsch als Generalsekretär

Oberpfälzer SPD-Politiker ist Experte für Innere Sicherheit. Kohnen setzt auf einen Mann, der die bayerische SPD gut kennt.
Von Christine Schröpf, MZ

Uli Grötsch bei einem Auftritt im Bundestag im Februar 2016 – er zeigt eine Deutschlandkarte, in denen die Orte mit  mit rot gekennzeichnet sind, in denen es zu rechtsextremen Überfällen kam. Foto: dpa
Uli Grötsch bei einem Auftritt im Bundestag im Februar 2016 – er zeigt eine Deutschlandkarte, in denen die Orte mit mit rot gekennzeichnet sind, in denen es zu rechtsextremen Überfällen kam. Foto: dpa

Regensburg.Die bayerische SPD sucht gerade per Mitgliederbefragung einen neuen Parteichef. Kandidatin Natascha Kohnen sagte jetzt auf Nachfrage unseres Medienhauses, wen sie für den Fall ihrer Wahl als Generalsekretär an ihrer Seite haben will: Es ist der Weidener Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch, Obmann im NSU-Untersuchungsausschuss und Experte für Fragen der Inneren Sicherheit. Zuletzt hatten sich die Hinweise verdichtet, dass Kohnen sich für ihn entscheiden könnte. Auf Nachfrage bestätigte Kohnen die Gerüchte. „Er ist fachlich top – und auch einer der loyalsten Kollegen.“ Der 41-Jährige besetze in der SPD das wichtige Thema Sicherheit. Er sei in Berlin hoch angesehen und kenne die bayerische SPD aus dem Effeff.

Grötsch hatte sich früh öffentlich für Kohnen als Nachfolgerin von Noch-Parteichef Florian Pronold ausgesprochen – zuletzt bei einer Vorstellungsrunde für alle sechs Kandidaten Anfang April in Regensburg. Kohnen hatte ihn schon vor ein paar Wochen gefragt, ob er als Generalsekretär zur Verfügung stehen würde. „Es wäre mir eine Ehre, mich in den Dienst der Sache zu stellen“, sagte Grötsch am Montag. Diese Einstellung gegenüber dem Amt teile er mit Kohnen. Niemand sei besser als sie für die Position der Parteichefin geeignet.

Natascha Kohnen, Kandidatin für den bayerischen SPD-Vorsitz. Foto: dpa
Natascha Kohnen, Kandidatin für den bayerischen SPD-Vorsitz. Foto: dpa

Im Rennen um den bayerischen Parteivorsitz sind neben der Landtagsabgeordneten und amtierenden SPD-Generalsekretärin Kohnen fünf weitere Kandidaten: Der Münchner Landtagsabgeordnete und Bayern-Ei-Aufklärer Florian von Brunn, der Arbeitsmarktexperte und Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel, der „Basis“-Kandidat Markus Käser, der Berufsschullehrer Uli Aschenbrenner und der Sprecher der Münchner Tafel Gregor Tschung.

„Es ist schlechter Stil sich vor Ende der Mitgliederbefragung dazu zu äußern. Das halte ich für voreilig.“

Florian von Brunn, ebenfalls Kandidat um den SPD-Parteivorsitz

Aus diesem Kreis kam noch am gleichen Tag Kritik. Brunn bezeichnete es als falsch, dass Grötsch von Kohnen so früh ins Spiel gebracht worden ist. „Es ist schlechter Stil sich vor Ende der Mitgliederbefragung dazu zu äußern. Das halte ich für voreilig.“ Er vermisse Respekt vor dem basisdemokratischen Prozess – die Mitgliederbefragungen endet erst am 11. Mai. Er selbst werde erst danach mit SPD-Bezirksverbänden und Arbeitsgemeinschaften Gespräche über die Besetzung des Generalsekretärspostens führen. Brunn äußerte sich auch zu Grötsch. „Ein netter Kollege. Aus dem Bundestag habe ich von ihm inhaltlich noch nicht soviel wahrgenommen, dass ich eine Bewertung abgeben könnte.“

Grötsch sieht in seiner Nominierung dagegen ein wichtiges Zeichen von Transparenz. „Irgendwann ist es an der Zeit, dass man die Kernmannschaft vorstellt. Wenn Natascha Kohnen sagt, wer ihr Generalsekretär werden soll, macht sie das auch berechenbar für die Mitglieder.“

„Eine tolle Chance für Uli Grötsch“

Der Oberpfälzer SPD-Chef Franz Schindler, der nie ein Hehl daraus gemacht hatte, dass er Florian von Brunn gerne als neuen Parteichef sehen würde, kann einem potenziellen Generalsekretär Grötsch jedenfalls viel abgewinnen. „Eine tolle Chance für Uli Grötsch. Es ist eine Riesenaufgabe. Aber ich traue es ihm zu“, sagte er.

Grötsch ist verheiratet und hat zwei Kinder. Vor seiner Wahl in den Bundestag war er als Polizeibeamter tätig – zuletzt im Streifendienst bei der Schleierfahndung in Waidhaus. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Oberpfälzer SPD.

Weitere Nachrichten aus Bayern lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht